Der erste Eindruck zählt an der Basler Lehrstellenbörse

Über 350 Jugendliche haben am Mittwoch die erste Basler Lehrstellenbörse des Gewerbeverbands besucht. An der Börse, die wie eine Markt aufgebaut ist, präsentierten sich rund 40 Firmen, die noch offene Lehrstellen haben. Was zählt ist vor allem der erste positive Eindruck.

Frau schüttelt Jugendlichem die Hand, hinter ihm steht ein Dreieck mit der Aufschrift "Gerüstebau". Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der erste Eindruck zählt - Über 350 Jugendliche besuchten die erste Basler Lehrstellenbörse. SRF/Benedikt Erni

«Ich habe schon über 300 Bewerbungen geschrieben, aber ich gebe nicht auf», meint ein Jugendlicher in der Hoffnung, an der Lehrstellenbörse doch noch einen Ausbildungsplatz zu finden. Zusammen mit rund 350 anderen Stellensuchenden hat er sich für die erste Basler Lehrstellenbörse angemeldet.

Organisiert wurde die Veranstaltung vom Basler Gewerbeverband. Grosser Vorteil dieser für Basel neuen Form von Stellenvermittlung ist der direkte Kontakt zwischen Jugendlichen und Lehrfirmen.

«Es ist quasi ein Überspringen der schriftlichen Bewerbung», erklärt Bianca Jacob vom Gewerbeverband. «Man stellt sich zuerst persönlich vor und übergibt erst anschliessend das Bewerbungs-Dossier.»

«Offener und ehrlicher Kontakt»

Auch die anwesenden Lehrbetriebe schätzen diesen ersten direkten Kontakt mit dem potentiellen Nachwuchs. Oft sagen nämlich Bewerbungs-Unterlagen alleine nicht viel über den Bewerber oder die Bewerberin aus. «Der Kontakt hier an der Lehrstellenbörse ist offener und ehrlicher», sagt Patrick Bossard, Bildungsbeautragter bei der Elektroinstallations-Firma Etavis. Er zieht schon nach den ersten Gesprächen ein positives Fazit. Erste Schnupperlehren konnten bereits vereinbart werden.

Einen guten Eindruck beim ersten Gespräch zu hinterlassen ist demnach viel Wert, er kann jedoch nicht alle Defizite der Stellensuchenenden wettmachen. Für viele der Jugendlichen ist die Lehrstellenbörse auch so was wie eine letzte Chance. «Wenn man länger nicht in der Schule war, ist man schnell unten auf der Liste», meint ein Stellensuchender, der enttäuscht aus einem ersten Gespräch kommt.

Erste und sicher nicht letzte Lehrstellenbörse

Philipp Lütold, Geschäftsführer der Firma Swisspro in Basel, erzählt denn auch, dass die Gespräche mit den Jugendlichen unterschiedlich ausfallen. «Die einen sind sehr gut vorbereitet, andere wiederum wirken noch sehr wirr und wissen nicht so recht, was sie wollen.»

Während die Lehrstellenbörse in Basel am Mittwoch zum ersten Mal stattgefunden hat, kennt man diese Form der Stellenvermittlung in andern Kantonen schon länger. Nach dem ersten Tag ist für Bianca Jacob vom Basler Gewerbeverband aber bereits klar: Dies war nicht die letzte Lehrstellenbörse in Basel.