Der Kanton Baselland wählt weiblich

In keinem anderen Kantonsparlament sind die Frauen derart stark vertreten wie im Landrat. Diese Spitzenposition hat Baselland mit dem Wahlen vom vergangenen Wochenende sogar noch ausgebaut. Und auch in der Regierung sind die Frauen nun doppelt vertreten.

Monica Gschwind (vorne) und Sabine Pegoraro freuen sich über ihre Wahl in die Baselbieter Regierung. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Monica Gschwind (vorne) und Sabine Pegoraro freuen sich über ihre Wahl in die Baselbieter Regierung. Keystone

Im Landrat sitzen nach den Wahlen vom Wochenende so viele Frauen wie noch nie - der Frauenanteil beträgt nun knapp 38 Prozent. In der Regierung sind neu zwei Frauen. Und auch vier Parteien im Kanton werden von Frauen geleitet. Es drängt sich also die Frage auf: Warum sind Politikerinnen im Baselbiet derart erfolgreich?

Viele der erfolgreichen Politikerinnen geraten selber ins Grübeln, wenn ihnen diese Frage gestellt wird. «Ich habe leider keine wirklich gute Antwort parat», sagt Mirjam Würth (SP). Und Sandra Sollberger (SVP) ergänzt: «Ich kann mir den Erfolg der Frauen nicht erklären. Aber für mich spielt es ohnehin keine Rolle, ob Männer oder Frauen gewählt werden.»

Anders sieht es Elisabeth Augstburger (EVP). Sie freut sich über die vielen Frauen im Parlament und vermutet: «Es könnte mit der Fachstelle für Gleichstellung zu tun haben, die Frauen ermutigt, etwas zu wagen und sich in der Politik zu engagieren.»

Frauenquote bei den Linken

Hinzu kommt, dass einzelne Parteien ebenfalls Frauen fördern wollen. Die SP beispielsweise kennt eine Geschlechterquote, die vorschreibt, dass der Frauen-Anteil mindestens 30 Prozent betragen muss. Rahel Bänziger (Grüne) sagt: «Wir Linke haben schon seit langer Zeit viele Frauen im Landrat.»

Auffällig ist, dass insbesondere die bürgerlichen Frauen zugelegt haben. Marianne Hollinger (FDP) glaubt, dass eine neue Generation herangewachsen ist. «Die jungen Frauen sind gut ausgebildet und wollen den gleichen Part übernehmen wie die Männer.»