Der schwache Euro lockt Basler Rentner nach Lörrach

Nicht nur zum Einkaufen oder zum Essen fahren Schweizerinnen und Schweizer gerne in die Südbadische Nachbarschaft. Immer häufiger sind auch Immobilien in Südbaden gefragt. Und seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses in der Schweiz haben die Anfragen bei Immobilienmaklern noch mehr zugenommen.

Grenzübergang mit Schild und Menschen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Grenzübergang Riehen - Lörrach. Immer mehr Rentner zieht es nach Südbaden Keystone

Das Geschäft läuft rund beim Lörracher Immobilienmakler Claus Kintzinger. Und seit die Schweizerische Nationalbank Mitte Januar den Euro-Mindestkurs aufgehoben hat, klingelt das Telefon in seinem Büro noch häufiger.

Gross ist das Interesse an Immobilien in Südbaden vor allem bei Schweizer Rentnerinnen und Rentnern. «Ich hatte einen Kunden am Telefon, der sagte, er habe gerade Barvermögen von Franken in Euro gewechselt und einen kräftigen Kursgewinn realisiert. Nun suche er ein Renditeobjekt», erzählt Kintzinger.

Aber nicht nur für Schweizer Rentner ist ein Haus- oder Wohnungskauf in Deutschland derzeit interessant. Auch für Grenzgänger, die ihren Lohn in Franken erhalten, lohnt sich ein Kauf dank der neuen Frankenstärke mehr als früher. Die gestiegene Nachfrage wirkt sich auch auf die Preise aus. Diese sind in den letzten Monaten spürbar gestiegen. «Wohnungen sind rund 30 Prozent, Häuser zwischen 20 und 30 Prozent teurer geworden», schätzt Kintzinger.

Weitere Entwicklung unklar

Diese Entwicklung bereitet dem Lörracher Oberbürgermeister Jörg Lutz Sorgen. Er und auch Claus Kintzinger gehen davon aus, dass die Entwicklung in nächster Zeit noch so weiter gehen wird. Wie nachhaltig sich der Entscheid der Schweizerischen Nationalbank auf den Immobilienmarkt in Südbaden auswirkt, wird sich jedoch frühestens in ein paar Monaten zeigen.

(Regionaljournal Basel, 06:32 Uhr)