Die «Kuttlebutzer» leben im Tinguely-Museum wieder auf

«Sodeli, d Kuttlebutzer» heisst eine neue Sonderausstellung im Museum Tinguely. Die Fasnachtsclique «Kuttlebutzer» prägten zwischen 1957 und 1999 die Basler Fasnacht. Legendär war eine Aktion von Künstler Jean Tinguely im Jahr 1974, bei er das Fasnachts-Comité symbolisch in die Luft sprengte.

Jeannot Tinguely mit Schnauz in einem roten Kostüm Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Jeannot Tinguely als «Stadtindianer» an der Fasnacht 1976 zvg

Jean Tinguely war passionierter Basler Fasnächtler und fast 20 Jahre lang bei den «Kuttlebutzer». Im Jahr, als er erstmals bei der Fasnachtsclique mitmachte, endete deren Auftritt in einem Skandal und wurde legendär.

Die Aktion, mit der die «Kuttlebutzer» 1974 Furore machten, ging als der grosse «Bumm» in die Basler Fasnachtsgeschichte ein. Die Clique zog mit Pfeiffern, Tambouren und einem Wagen vors Fasnachts-Comité, das auf dem Marktplatz den Fasnachts-Cortège abnahm. Dort gingen die Wagenseiten herunter, und aus Böllern schossen Russ, «Räppli» und Federn in die Luft.

Die «Kuttlebutzer», sonst am Cortège nie dabei und stets in Auflehnung gegen die «organisierte Fasnacht» des Comités, wollten dieses sinnbildlich in die Luft sprengen. Sprengmeister auf dem Wagen war Jean Tinguely. Folge waren volle Leserbriefspalten und eine Busse für die Cliquenpräsidentin wegen unerlaubten Abbrennens von Feuerwerk.

Kunst an der Wand

Die Ausstellung im Tinguely-Museum versammelt Zeitdokumente aus dem Museum der Kulturen Basel, dem Ortsmuseum Binningen oder dem Cliquenarchiv. Hinzu kommen Ton- und Bild-Interviews mit Ehemaligen oder Nahestehenden, darunter auch Ehefrauen von «Kuttelbutzern».

Die Kunst der «Kuttlebutzer» zur Geltung bringen indes ihre zahlreichen Zeichnungen und Entwürfen für Kostüme und Fasnachtszüge und, noch spektakulärer, eine Wand, behängt mit Fasnachtslarven.Die Ausstellung dauert bis zum 14. April.