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Basel Baselland Die neue Basler Kunstschule darf alles

Enrique Fontanilles, ehemaliger stellvertretender Direktor der Schule für Gestaltung, machte mit politischen Aktionen auf sich aufmerksam, etwa mit der sogenannten Pappteller-Aktion. Dies kam bei der Regierung nicht gut an. Nun will er eine eigene Kunstschule gründen.

Enrique Fontanilles (vorne links) bei einer friedlichen Protestaktion im Vorfeld der letztjährigen Art.
Legende: Enrique Fontanilles (vorne links) bei einer friedlichen Protestaktion im Vorfeld der letztjährigen Art. SRF/Rahel Walser

Enrique Fontanilles, der Kunstschaffende und ehemaliger stellvertretender Direktor der Schule für Gestaltung Basel, sorgte mit seinem Künstlerkollektiv «Die Zelle» nicht selten für Wirbel. Sie organisierten unter anderem die sogenannte Pappteller-Aktion, die in einem umstrittenen Polizeieinsatz endete. Dass sich der Kopf einer staatlichen Schule derart exponierte, kam bei der Basler Regierung nicht gut an.

Inzwischen ist Enrique Fontanilles pensioniert, aber er wird deswegen weder altersmild noch nachgiebig. Im Gegenteil: Er sucht auch weiter die Auseinandersetzung - und gründet seine eigene Kunstschule. Bereits diesen Oktober soll die Schule starten. Hinter der Schule steht die Gruppierung «link tank». Mit dabei sind fünf Dozenten, die eine kleine Gruppe von Studentinnen und Studenten unterrichten.

Fontanilles Schule unterscheidet sich von der Schule für Gestaltung und von der Fachhochschule nicht nur inhaltlich, sondern auch strukturell. Bei der Schule von «link tank» gibt es keine Bachelor- oder Masterabschlüsse. «Es geht nicht um Kreditpunkte oder um Noten», so Fontanilles. «Die Schule soll sehr zugänglich und offen sein.» Fontanilles will damit einen Gegenakzent setzen zu den bereits existierenden Kunstschulen in Basel. «Ich begleite seit 1985 die Kunstschulen in Basel und bin sehr skeptisch gegenüber deren Entwicklung.» Es brauche eine andere Stossrichtung, in welche sich Studierende entwickeln können.

Er mag die Provokation

Dass Fontanilles eine eigene Schule gründen will, sei auch eine Art sich zu wehren. «Ich wurde gerüffelt, weil der Staat keine Reibungen will. Es ist aber für eine Kunstausbildung eine unmögliche Situation, wenn man nicht alle Fragen stellen darf.»

Wieder eine Aktion an der Art

Zwar plant Fontanilles dieses Jahr keine Polit-Aktion an der Kunstmesse Art, dennoch wird er präsent sein. Und zwar mit einer Art Promo-Aktion. Er möchte die Gruppierung «link tank» und die neue Schule bekannter machen. «Wir verteilen an der Art Basel gratis Trinkwasser», so Fontanilles. Man wolle damit zeigen, dass Kunst nicht immer ein Preisschild brauche, sondern auch ganz grundlegend sein könne.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)

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