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Basel Baselland Die Situation im Basler Frauenbad hat sich ein wenig entspannt

Das Gartenbad Eglisee machte im vergangenen Jahr Schlagzeilen, weil sich strenggläubige Musliminnen mit barbusigen Badenden und männlichen Bademeistern anlegten. Das Basler Sportamt reagierte mit einer Kampagne und zieht eine durchzogene Zwischenbilanz.

Fraueli
Legende: Das «Fraueli» lockt viele Musliminnen an. Juri Weiss

In das einzige Frauenbad der Region, das «Fraueli» im Gartenbad Eglisee, kommen Musliminnen von weit her, auch aus den angrenzenden Ländern. Für strenggläubige Musliminnen ist das Frauenbad nämlich die beste Möglichkeit zu baden.

Doch manch eine angereiste Muslimin erwartete beim «Fraueli» ein religiöses Bad, zumindest im vergangenen Jahr. Dies führte zu Problemen. Strenggläubige Frauen beschimpften beispielsweise Oben-ohne-Badende oder den männlichen Bademeister.

In einem religiösen Bad wäre ein männlicher Bademeister nicht erlaubt, und auch barbusige Frauen hätten dort nichts zu suchen. Weil aber das «Fraueli» kein religiöses Bad ist, sondern eines für alle Frauen, reagierte das Basler Sportamt mit einer Informationskampagne.

Schräge Blicke

Seither hat sich die Situation ein wenig entspannt, aber es gibt noch immer Reibungspunkte im Bad. Dies zeigt ein Besuch vor Ort. Einzelne Musliminnen, vor allem aus dem Elsass, zeigen sich immer noch überrascht, dass männliche Bademeister präsent sind. Sie erzählen zudem von schiefen Blicken, die andere Badi-Besucherinnen ihnen zuwerfen, wenn sie ihren Körper zum Baden bedecken.

Umgekehrt gibt es einheimische Badebesucherinnen, die sich von den grossen Gruppen aus dem Elsass gestört fühlen. «Sie stören ein wenig das normale Leben im Schwimmbad», sagt eine Frau. Sie wisse von Stammgästen, die wegen der vielen Musliminnen auf das grössere Familienbad in der Nachbarschaft ausweichen.

Sportamt beobachtet die Situation

Das Basler Sportamt beobachtet die Situation im Bad. Sie habe sich in letzter Zeit entspannt, sagt Sportamt-Leiter Peter Howald. Es sei jedoch noch zu früh, um zu beurteilen, ob die Informationskampagne der Behörden erfolgreich gewesen sei.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Alberto da Vinci, Pratteln
    Sie gehen in ein fremdes Land und wollen bestimmen was dort zu tun ist. Der eine oder andere Schweizer würde auf diese Wünsche noch eingehen. Ich würde sagen wenn einer oder eine mit unseren Kultur nicht Leben kann adieu. Dann fragt man sich warum es immer wie mehr Wutbürger gibt. Diesen Menschen sollte man zeigen das sie hier nicht erwünscht sind.Musslime dürfen Schweizer diskriminieren umgekehrt nicht.
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  • Kommentar von Nico Basler, Basel
    Soweit kommt es noch, dass Dahergelaufene den einheimischen Badegästen sagen, wie sie sich im öffentlichen Bad zu benehmen haben. Lösung = Infoflyer und Unterschrift dass unsere Gegebenheiten verstanden und akzeptiert, sonst raus.
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