Die Textilwerkstatt hilft stellenlosen Frauen auf die Beine

Sie weben Teppiche, nähen Necessaires oder häkeln bunte Kappen - Seit bald 25 Jahren bietet die Textilwerkstatt der Stiftung Öko-Job arbeitslosen Frauen eine Beschäftigung. Ausserdem werden die Frauen bei der Suche nach einer Lehrstelle oder einem neuen Job von Fachleuten begleitet.

Nähmaschiene und Hand Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Aus nicht mehr gebrauchten Textilien und Plastiksäcken werden am Webstuhl neue Produkte hergestellt. zvg / oeko-job.ch

Die Textilwerkstatt auf dem Dreispitz bietet bis zu zwanzig Frauen eine Beschäftigung als Weberin oder Näherin. Viele von ihnen haben keine qualifizierte Berufsbildung oder kommen aus dem Ausland. Bettina Ruf, seit gut einem Dutzend Jahren Leiterin der Textilwerkstatt: «Frauen, die bereits Kenntnisse beim Nähen haben, lassen wir direkt bei der Produktion mithelfen, die anderen lernen wir an.»

Eine der Frauen, die zur Zeit gerade in der Textilwerkstatt beschäftigt sind, ist die 25-jährige Stefanie. Sie hat nach der obligatorischen Schulzeit während Jahren gejobbt, bekam dann allerdings Probleme am Arbeitsplatz und wurde gekündigt. Sie wurde vom Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum RAV in das Beschäftigungsprogramm eingewiesen und schätzt die Arbeit sehr: «Ich habe eine normale Tagesstruktur, kann arbeiten und erst noch am Computer Bewerbungen schreiben.»

Arbeit ohne eigentlichen Lohn

Geld verdienen die Frauen zwar keines. Sie bekommen weiterhin Taggelder der Arbeitslosenkasse. Trotzdem würden die Frauen gemäss Bettina Ruf vom Beschäftigungsangebot der Textilwerkstatt profitieren:«Sie lernen einerseits ein Handwerk kennen, müssen lernen, präzise zu arbeiten und auf Qualität zu achten. Die Arbeit gibt ihnen aber auch sonst jene Struktur vor, die sie an einem normalen Arbeitsplatz erwartet.»

Die Erfolgsquote des Programms ist zwar relativ tief: Nur etwa ein Viertel der bis zu einem halben Jahr beschäftigten Frauen finden gemäss Ruf eine Lehrstelle oder eine neue Arbeit. Das, so Ruf, habe aber neben der geringen Qualifikation und dem hohen Ausländeranteil auch mit den zunehmend härteren Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt zu tun. Trotzdem mache das Programm den Frauen wieder Mut und gebe eine Perspektive für die Zukunft.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)