Wochengast «Eigentlich ist das Tis aus den Schlangen und Echsen entstanden.»

Als junger Punk hatte Christian Platz Hausverbot im Atlantis. Nun hat er mit dem Journalisten Marc Krebs ein Buch über die 70jährige Geschichte des «Tis» in Basel geschrieben.

In den vergangenen 70 Jahren erlebte das Atlantis bewegte Zeiten. Es war nicht nur Heimat für Schlangen und Alligatoren, es war auch Heimat für Jazz-Musiker, später für Rock und Pop, vor allem für Mundart-Rock. Öfters stand das Atlantis vor dem Aus, konnte sich aber immer wieder auffangen und erholte sich wieder.

Die Geschichte des Basler Kult-Lokals, das nicht immer am Klosterberg zuhause war, beeindruckte Christian Platz: «Man muss sich das vorstellen: Riesenschlangen unter den Kaffee-Tischen. Das verstösst so ziemlich gegen alle heutigen Sensibilitäten, aber damals war das normal.». Noch heute erinnert die Haut des letzten Alligators «Hektor» an diese Zeit: Sie hängt über der Bar im Atlantis.

«  Besitzer Edi Cassini hatte an uns gar keine Freude. »

Christian Platz
Buchautor

Nun soll das alte «Tis» wieder neu aufleben. Es soll wieder mehr Konzerte geben wie früher. Dies und das anstehende Jubiläum haben Platz dazu bewogen, ein Buch über die Geschichte zu schreiben. Christian Platz selber hat indes nicht nur gute Erinnerungen an frühere Atlantis-Zeiten. «Ich war damals in der AJZ- und Punkszene aktiv. Besitzer Edi Cassini hatte an uns gar keine Freude. Wo wir hinkamen, gab es Zoff.» Punks hatten damals Hausverbot im Atlantis - auch Buchautor Platz.

Als Platz zum ersten Mal als Journalist der Basler Zeitung an ein Jazzkonzert ins Atlantis kam, waren diese Geschichten schnell vergessen. «Cassini umarmte mich und ich war sein bester Freund», erzählt Platz schmunzelnd.

Das Buch habe er nicht nur für die «alten» Freunde des Atlantis und sonstigen Nostalgiker geschrieben. «Das Buch ist für alle, die sich für die Kultur-Geschichte dieser Stadt interessieren.»

(Regionaljournal Basel 17:30 Uhr)