Ein hervorragend gebauter Basler Theaterabend

Shootingstar Simon Stone zeigt Anton Tschechows «Drei Schwestern» in einem neuen Gewand. Der Regisseur hat das Stück nicht einfach aktualisiert, er hat es neu geschrieben. Die Inszenierung weiss dabei zu überzeugen.

Liliane Amuat und Roland Koch in «Drei Schwestern». Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Liliane Amuat und Roland Koch in «Drei Schwestern». Sandra Then

Unter dem neuen Direktor Andreas Beck ist Simon Stone einer der Hauptregisseure am Theater Basel. Der Shootingstar hat sich mit der Modernisierung klassischer Stücke einen Namen gemacht und gilt schon mit 32 Jahren als einer der erfolgreichsten Regisseure im deutschsprachigen Theater. Nun hat er einen weiteren Klassiker aktualisiert: «Drei Schwestern» von Anton Tschechow.

Obwohl: Es ist sogar mehr als eine Aktualisierung. Simon Stone transportiert nicht einfach die russische Provinz von vor hundert Jahren in ein gegenwärtiges Umfeld. Eigentlich hat er ein neues Stück geschrieben und einfach die Grundkonstellation und Struktur von Tschechow übernommen.

Im Glashaus

Die drei Schwestern treffen sich in Basel mit ihren Freunden und Nachbarn in einem modernen, rundum verglasten Ferienhaus, über Jahre hinweg immer wieder. Zuerst zum 21. Geburtstag von Irina, der jüngsten Schwester, dann zu Weihnachten und am Schluss, um das Haus zu räumen, weil der drogenabhängige Bruder derart viele Spielschulden angehäuft hat, dass der Familienbesitz verkauft werden muss.

Es ist Simon Stone dabei gelungen, ein neues Stück zu schreiben und trotzdem sehr nahe an Tschechow zu bleiben. Es ist ein hervorragend gebauter Theaterabend und nicht zuletzt: starkes Schauspielertheater, in dem sich das Ensemble von seiner besten Seite zeigen kann.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)