Zum Inhalt springen

Header

Audio
Aufwändiges Verfahren bei Installation von Wärmepumpen
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 30.07.2020.
abspielen. Laufzeit 05:49 Minuten.
Inhalt

Erneuerbare Energien Der steinige Weg zur eigenen Wärmepumpe

Basel-Stadt hat das Verfahren für Wärmepumpen vereinfacht. Für viele bleibt die Bewilligungs-Prozedur aber kompliziert.

Basel-Stadt präsentiert sich gerne als Vorzeigekanton, wenn es um die Förderung von alternativen Energien geht. Auch beim Verfahren zur Installation von neuen Wärmepumpanlagen zeigte sich der Kanton Anfang Jahr von der bürgerfreundlichen Seite und vereinfachte das Verfahren stark. Für gewisse Anlagen fällt die Bewilligungspflicht weg, die Installation muss den Behörden lediglich noch gemeldet werden. Der Knackpunkt ist jedoch die Grösse der Anlage: Wird eine gewisse Dimension überschritten, müssen zahlreiche Auflagen eingehalten werden, zudem ist ein erfahrungsgemäss langwieriges Bewilligungsverfahren nötig.

«Da gehen mir die Schuhbändel auf»

Der Unmut bei gewissen Hausbesitzern ist demnach gross: «Ich bin grün und tue alles für den Umweltschutz. Aber wenn ich von den Behörden drangsaliert werde, gehen mir die Schuhbändel auf», sagt Lucas Hollfelder, der in einem Reihen-Einfamilienhaus auf dem Bruderholz wohnt. Hollfelder wollte eine Wärmepumpe für sein Haus installieren lassen als Ersatz für seine alte Ölheizung.

Nach über zwei Monaten, in denen er zahlreiche Nachweise liefern musste, erhielt er den lapidaren Bescheid, dass sein Modell zu gross sei und der Kanton keine Bewilligung erteile. Auch andere Hausbesitzer erzählen von ähnlichen Erfahrungen.

Mann hinter Anlage
Legende: «Eckig statt rund» - Hausbesitzer Lucas Hollfelder vor seiner neuen Wärmepumpe SRF

Martin Omlin kennt diese Probleme. Mit seiner Firma baut er Wärmepumpen in Häuser. «Das ist nicht mehr normal, was Basel-Stadt hier macht. Dies ist reine Schikane», enerviert sich Omlin. Für die Ausseninstallation gewisser Anlagen brauche es einen riesigen Bürokratie-Aufwand. Zahlreiche Stellen beim Kanton seien in das Verfahren involviert.

Anlage nun halt rund statt eckig

Beim zuständigen Baudepartement verweist man auf das erst vor kurzem vereinfachte Verfahren. Es handle sich um die liberalste Praxis in der ganzen Schweiz, das Verfahren sei dazu erst noch gratis, heisst es in einer schriftlichen Stellungnahme. Für Anlagen mit einem «beträchtlichen Ausmass» brauche es halt noch ein ordentliches Bewilligungsverfahren, in das verschiedene Fachstellen mit einbezogen sind.

Der Ärger wurde unterdessen auch von der Politik gehört: LDP-Grossrat André Auderset hat einen Vorstoss eingereicht, in dem eine schnellere Behandlung der Bewilligungsgesuche angeregt wird. Lucas Hollfelder hat einen anderen Weg gewählt: Er hat in seinem Vorgarten eine Anlage aufgestellt, die ins Muster der Behörden passt: Sie ist neu eckig statt rund. Die behördentaugliche Anlage sei aber nicht nur weniger effizient, sondern auch viel lauter.

Regionaljournal Basel 12:03 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.