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Lukas Honold in einem Materialraum.
Legende: Lukas Honold war 40 Jahre lang als Handarbeits- und Werklehrer tätig. SRF
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Erster Handarbeitslehrer «Die Skepsis der Schülerinnen war spürbar»

Als erster Mann in Basel-Stadt hat Lukas Honold das Fach Handarbeit unterrichtet. Nun geht er in Pension.

Dass er ein Exot ist, wusste Lukas Honold schon während seiner Ausbildung. «Eine Journalistin der NZZ hat damals einen Artikel über mich geschrieben», sagt er schmunzelnd. Ein Handarbeitslehrer, das war in den 80er-Jahren noch ziemlich ungewöhnlich. Dennoch habe er seine Ausbildung als Handarbeits- und Werklehrer durchgezogen.

Als er dann als junger Mann zum ersten Mal Handarbeit unterrichtete, stand er vor einer reinen Mädchenklasse. «Das war schon sehr speziell», erinnert er sich. «Diese Mädchen waren darauf eingestellt, dass Handarbeit von einer Frau unterrichtet wird. Und dann steht da ein Mann. Ihre Skepsis war deutlich spürbar.» Der Unterricht sei allerdings gut verlaufen, er habe keine negativen Erfahrungen gemacht, sagt Honold.

Vertrauensperson Handarbeitslehrerin

Nach zwei Jahren dann habe er nur noch Werken unterrichtet. Einerseits, weil der Stundenplan änderte, aber auch, weil die Mädchen dieser Klasse langsam in die Pubertät kamen. «Wenn man dann ein Kleidungsstück näht und sie es anprobieren sollen - das ist einfach schwierig für einen Mann». Heikle Situationen seien vorprogrammiert gewesen.

Hinzu sei noch gekommen, dass die Handarbeitslehrerinnen damals einen speziellen Stellenwert hatten bei den Schülerinnen. «Da die Klassenlehrpersonen meistens Männer waren, wollten sich die Schülerinnen mit ihren Sorgen und Ängsten lieber der Handarbeitslehrerin anvertrauen», sagt Honold.

Stricken mit 17

Lukas Honold selber hat den Beruf eher aus Zufall erlernt. «Ich selber hatte eine tolle Handarbeitslehrerin», so Honold. «Sie hat mir die Ausbildung empfohlen.» Er sei schon immer daran interessiert gewesen, mit verschiedenen Materialien zu arbeiten. Und da seine Mutter Schneiderin war, wusste er auch mit einer Nähmaschine umzugehen. «Nur Stricken», sagt er lachend, «das konnte ich nicht. Und mit 17 noch stricken zu lernen, ist gar nicht so einfach.»

Nach seiner Pensionierung möchte der dreifache Vater wieder mehr reisen. Und auch das Handwerkliche kommt nicht zu kurz: Zusammen mit seiner Frau möchte Honold sein Haus umbauen.

Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr;

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