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Externe Betriebsanalyse Mangelndes Fingerspitzengefühl beim Kunstmuseum

Die Regierung gab der Firma KPMG den Auftrag für die Analyse. Die Prüfungsfirma ist gleichzeitig Sponsor des Museums.

Das Kunstmuseum braucht mehr Geld, damit es den Neubau richtig bespielen kann. Deshalb soll das Kunstmuseum mehr Geld vom Kanton erhalten. Ab 2019 werden voraussichtlich zwei Millionen Franken mehr pro Jahr ins Kunstmuseum fliessen. Diesen Entscheid fällte die Regierung auf Basis des Untersuchungsberichts, der die Firma KPMG erstellt hat - ein Sponsor des Museums.

SP-Grossrat Claudio Miozzari ärgert sich, dass die Regierung bei der Vergabe der Untersuchung mangelndes Fingerspitzengefühl an den Tag legt: «Diese Vermischung ist nicht tragbar. Es geht es nicht, einem Sponsor den Auftrag für eine solch kritische Untersuchung zu geben.» Das Kunstmuseum müsse das Vertrauen wieder zurückgewinnen. Diese Vergabe sei dafür sicher nicht förderlich, sagt Miozzari.

Diese Vermischung ist nicht tragbar.
Autor: Claudio MiozzariSP-Grossrat

Diese Meinung teilt auch die Kulturpolitikerin und FDP-Grossrätin Martina Bernasconi: «Das ist sehr unsensibel. Ich möchte niemandem bösen Willen unterstellen, aber das geht nicht.» Beide Politiker betonen zwar, dass die Untersuchung inhaltlich gut sei, das Vertrauen leide aber durch diese Nähe.

Elisabeth Ackermann findet Auftrag unproblematisch

Die Basler Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann weist die Kritik zurück. Das Sponsoring der KPMG ginge an die Stiftung des Kunstmuseums und nicht direkt an das Museum selbst. Die Stiftung sei rechtlich getrennt vom Museum und sei in die Betriebsanalyse nicht involviert gewesen, argumentiert Ackermann. Rechtlich sei der Auftrag darum unproblematisch.

«Die Unabhängigkeit der KPMG war durchwegs gewährleistet», ist Ackermann überzeugt. Sie sei überrascht von der Kritik und weist darauf hin, dass die Sponsorenliste des Kunstmuseums öffentlich einsehbar ist. «Wir wollten das nie verstecken.»

Auch KPMG weist Kritik von sich

Die Firma KPMG schreibt in einer schriftlichen Stellungnahme: «KPMG sponsert die Stiftung des Kunstmuseum Basel mit einem Betrag, der sich in einem unwesentlichen Bereich bewegt und die Objektivität unserer Arbeit in keiner Weise beeinflusst.» Die Firma habe das Mandat auf einen möglichen Interessenkonflikt hin überprüft und sei zum Schluss gekommen, den Auftrag annehmen zu können.

Betriebsanalyse weist auf etliche Mängel hin

Gemäss der Analyse verfügt das Kunstmuseum Basel weder über ein formales Betriebskonzept noch über einen Businessplan. Auch ein System für effiziente Abläufe sei nicht vorhanden. Dazu arbeite der betriebliche Bereich zu wenig mit dem künstlerischen Bereich zusammen. So müsse vor neuen Ausstellungen häufig improvisiert werden, was hohe Kosten verursache.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Kunst ist Kultur,und Kultur ist etwas,das sich im privaten entwickeln soll. Der Staat hat nicht zu bestimmen,was hohe Kultur,z.B.das Kunstmuseum,und was unwichtige Kultur,z.B.Turn oder Gesangvereine oder ein Schwingclub,zu sein hat. Man will halt zu den Grossen gehören,am liebsten auf Staatskosten,wie die Messe Basel. Sollen die diese Millionen aufbringen,die auf diese Kultur angewiesen sind.
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