Fahrende laden in ihr Wohnzimmer in Basel ein

Seit dem 1. April haben Fahrende im Kanton Basel-Stadt zum ersten Mal einen offiziellen Standplatz, an dem sie ihre Wohnwagen hinstellen dürfen. Am Samstag feierten sie dieses historische Ereignis mit den Nachbarinnen und Nachbarn aus dem St. Johann-Quartier.

Wohnwagen entlang des Zugdammes Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Trotz Regens: Die Zukunft der Fahrenden sah im Stadtkanton noch nie so sonnig aus wie jetzt. SRF/borj

Fünf Wohnwagen stehen zurzeit beim Bahnhof St. Johann neben den Geleisen. Daneben hat es ein kleines Zelt mit Festbänken, einen Grill und einen Tisch mit Getränken. Alles steht bereit für den «Tag der offenen Tür», welcher auf dem offiziellen Standplatz der Fahrenden stattfindet.

Historischer Moment

«Wir sind sehr glücklich über den neuen Standort», sagt Venanz Nobel, Vizepräsident des Vereins «schäft qwant». Der Standort sei sehr zentral und man könne so die Beziehung zur Nachbarschaft pflegen: «Wenn wir einen Kaffee trinken gehen, kommen wir automatisch mit der Bevölkerung in Kontakt.» Um Berührungsängste abzubauen, habe man auch den Tag der offenen Tür organisiert: «So können die Menschen Fragen stellen und Vorurteile abbauen», sagt Nobel.

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«Schäft Qwant»

Der transnationale Verein Schäft Qwant wurde 2003 gegründet, um den Austausch der Jenischen und die Zusammenarbeit ihrer Organisationen über die Landesgrenzen hinaus zu ermöglichen und zu fördern. Zentrales Anliegen des Vereins ist die Erhaltung und Förderung der jenischen Kultur.

Die Fahrenden schauen optimistisch in ihre Zukunft. Denn zum ersten Mal haben sie einen Mietvertrag, der ihnen das Wohnen auf baselstädtischem Boden ganz offiziell ermöglicht. Bis jetzt wurden sie (zuletzt am Uferweg) geduldet, einen Mietvertrag hat es jedoch nie gegeben. Jetzt gibt es einen solchen, wenn auch nur einen befristeten.

Beim Bahnhof St. Johann dürfen die Fahrenden nämlich bis 2017 bleiben. Danach geht für sie ein definitiver Standplatz mit zehn Abstellplätzen an der Friedrich-Miescher-Strasse neben den Psychiatrischen Kliniken auf.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)