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Mit Rachenabstrichen falsche Resultate riskiert
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 15.04.2020.
abspielen. Laufzeit 04:03 Minuten.
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Falsche Resultate? Umstrittene Testmethode in Baselbieter Corona-Zentren

Weil Material fehlte, wurden die Abstriche im Rachen nicht durch die Nase gemacht. Dies sei zu unsicher, sagt ein Chefarzt.

Wer hustet, Fieber hat oder Kopfweh hat, kann sich im Baselbiet in zwei eigens eröffneten Testzentren auf den Corona-Virus testen lassen. Das passiert mit einem Abstrich im Rachen. Im Basler Unispital und im Kantonsspital Baselland wird dieser Abstrich via Nase im Rachen gemacht, im Fachjargon ist dies ein Nasopharynx-Abstrich. In den Baselbieter Zentren hingegen wird der Rachen-Abstrich durch den Mund gemacht.

Sie würden gestützt auf eine jahrzehntelange Erfahrung auf die Abstriche via Nase setzen, sagt Philip Tarr, Co-Chefarzt und Leiter Infektiologie am Kantonsspital Baselland. Denn das Problem an Abstrichen im Rachen sei, dass man damit bei den meisten Patientinnen und Patienten einen Würgereflex auslöse und dann sei es sehr schwierig, genug Speichel mit genügend Viren aufs Stäbchen zu bekommen. «Am Ende weiss man vielleicht nicht, ob man überhaupt am richtigen Ort war im Rachen und genug Speichel mit dem Wattestäbchen aufsaugen konnte.» Das Risiko sei einfach zu gross, dass man deshalb am Ende ein falsches Testresultat erhalte, nämlich ein negatives, obwohl eine Patientin oder ein Patient eigentlich Covid-19 positiv sei.

Falsche Test-Ergebnisse befürchtet

Nach Informationen des Regionaljournals Basel intervenierte das Kantonsspital, weil man befürchtete, die Methode in den Baselbieter Zentren könnte zu falschen negativen Testergebnisse führen.

Gerade bei den Covid-19-Viren sei bekannt, dass auch noch so gute Testmethoden zu falschen Testergebnissen führen könnten, erklärt Co-Chefarzt Tarr. Bei diesem Erreger sei es nämlich möglich, dass die Viren mit der Zeit in die Lunge wanderten und sich dann in der Nase und im Rachen nur noch so wenige Viren fänden, dass ein Test eben ein falsches Resultat liefere. Umso wichtiger sei es, das Risiko von falschen Resultaten nicht noch zusätzlich mit umstrittenen Testmethoden zu erhöhen.

Bald doppelter Test

Beim Krisenstab Baselland hingegen sagt Sprecherin Andrea Bürki, das Kantonsspital habe wegen der Testmethoden in den Zentren nicht interveniert. Im Gegenteil: Das Kantonsspital habe die Rachen-Methode sogar abgesegnet. Zudem habe man den Rachen-Abstrich nicht gemacht, weil man diesen für die beste Methode halte, sondern schlicht und einfach, weil es an sehr dünnen Stäbchen für einen Abstrich durch die Nase fehlte. Inzwischen sind diese eingetroffen und jetzt stellen die Testzentren in Münchenstein und Lausen auch ihre Testmethode um. Sie machen neu beides - einen Abstrich durch die Nase im Rachen und einen Abstrich im Rachen. Damit erfülle man dann den «Gold-Standard», so Andrea Bürki.

Regionaljournal Basel, 6.31 Uhr/17:30 Uhr

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Lukas Graf  (Lukas Graf)
    Die Bezeichnung "Test" respektive "Testmethode" wird nicht korrekt verwendet. Der Test im engeren Sinn ist die im Labor verwendete Methode um das SARS-COV2 nachzuweisen (PCR). Was sie im Artikel aber kritisieren ist die Entnahmemethode (Abstrich mittels "Wattestäbchen"). Dazu muss angemerkt werden, dass Patienten in der Frühphase der Erkrankung (erste Tage) so viele Viren im Nasenrachenraum haben, dass dann Wahl der Methode eher sekundär ist (später im Verlauf ist das tatsächlich anders).