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Legende: Audio Den Frauenstreik mit dem Job bezahlt abspielen. Laufzeit 02:52 Minuten.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 21.06.2019.
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Frauenstreik Kunstmuseum kündigt zwei Mitarbeiterinnen nach Streik

Der Frauenstreik vom 14. Juni 2019 hat für zwei Angestellte des Kunstmuseums Basel gravierende Folgen: Sie haben ihre Stelle verloren und wurden per sofort freigestellt.

Als sie am 14. Juni zur Arbeit erschienen seien, habe es deutlich mehr Aufsichtspersonal gehabt als üblich, erzählt eine der beiden Gekündigten. Kurz nach 15 Uhr hätten sie und ihre Kollegin, die ebenfalls als Aufsichtsperson arbeitet, dem Tagesverantwortlichen der Aufsicht gesagt, dass sie um 15:24 Uhr ihren Posten verlassen möchten, um an der Demonstration des Frauenstreiks teilzunehmen. Dieser habe alles andere als erfreut reagiert. Die beiden Frauen waren noch nicht lange beim Kunstmuseum angestellt; sie waren noch in der Probezeit.

Erst als der Tagesverantwortliche sagte, er könne umdisponieren und alle Posten besetzen, sind wir gegangen.
Autor: MaraStreikende, die ihren Job verlor

«Als der Tagesverantwortliche sagte, er könne umdisponieren und alle Aufsichtsposten besetzen, sind wir gegangen und haben am Streik teilgenommen», sagt eine der Gekündigten. Die Kunstwerke seien also nie in Gefahr gewesen, betont sie. Der Tagesverantwortliche habe sie aber bereits gewarnt, dass eine Streikteilnahme die Kündigung zur Folge haben könne. «Uns war der Streik so wichtig, dass wir das in Kauf genommen haben.» Danach habe man sie nicht daran gehindert, am Wochenende zu arbeiten, weshalb sie sich in Sicherheit wähnten.

Wir haben das Vertrauen in sie verloren. Sie arbeiten auf einem sicherheitsrelevanten Posten.
Autor: Wolfgang GieseKunstmuseum Basel

Zu Unrecht, wie sich am Mittwoch herausstellen sollte. Nachdem eine der beiden Frauen die Schicht hinter sich gebracht hatte, kündigte man ihr. Der anderen Aufsichtsangestellten kündigte man als sie am Donnerstag zu ihrer Arbeit erschien.

Kunstmuseum: «Sicherheitsrelevante Posten»

Beim Kunstmuseum sagt Marketingleiter Wolfgang Giese, dass der Tagesverantwortliche nicht habe umdisponieren können und das auch nicht gesagt habe. «Die Frauen hätten den Streik früher anmelden müssen, dann hätten sie ohne Folgen teilnehmen können.» Gekündigt und freigestellt habe man sie, weil sie sich noch in der Probezeit befanden. Giese sagt: «Wir haben das Vertrauen in sie verloren. Hätten sie die Streikteilnahme früher angemeldet, «hätten wir Wege gefunden, Ersatz für sie zu finden. Sie arbeiten auf einem sicherheitsrelevanten Posten.»

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Das Vorgehen der beiden Frauen war sicher nicht vorsichtig. Trotzdem finde ich deren Entlassung bünzlig, auch wenn sich die beiden in der Probezeit befanden und sich nicht klar mit den Vorgesetzten abgesprochen haben sollen. Weil die beiden Frauen nicht einfach zu ihrem eigenen Vergnügen am Streik teilnahmen, sondern aus legitimer Solidarität, wäre eine Verwarnung (darf auf diese Weise nicht wieder vorkommen!) genug gewesen.
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  • Kommentar von Charles Grossrieder  (View)
    Wieso SRF das ueberhaupt aufbringt wundert mich. Nichts illegitimes seitens Arbeitsgeber. Zudem war das eine Kundgebung welche man als Streik bezeichnet, aber nicht unter dem Streikrecht steht. Ich denke die Damen in ihrer Probezeit haben hiermit den Frauen kein Face gegeben. SRF uebrigens auch nicht.
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  • Kommentar von Izz Bumm  (Izz)
    Bei einem Streik wird doch nicht um Erlaubnis gefragt, ob man streiken darf - das ist doch ein totaler Widerspruch!
    Es ist mir bewusst, dass viele Frauen an diesem Tag extra frei genommen haben oder ihren Streik beim jeweiligen Arbeitgeber konkret angekündigt haben. Für mich fehlt hier aber ein zentrales Moment des Streikens.
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    1. Antwort von Philip Sumesgutner  (Philip Sumesgutner)
      Stimmt ja schon, aber es ist ja egal wie man das Kind nennt. Vielleicht wäre manchmal der Name „Demonstration“ besser. Könnte aber auch sein, dass mittlerweile wenigstens die Wörter „Streik“ und „Demonstration“ schon gleichgestellt sind ;-)
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