Gemeinden wehren sich gegen Turbosanierung des Schänzlitunnels

Die Baselbieter Baudirektorin Sabine Pegoraro protestierte beim Bundesamt für Strassen. Sie verlangte die Sanierung des Schänzlitunnels in drei statt sieben Jahren. Jetzt protestieren auch die Gemeinden, aber nicht gegen das Bundesamt für Strassen, sondern gegen die Pläne der Baudirektorin.

Verkehrskollonnen auf der Autobahn vor Basel Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Verkehrsstau droht vor den Toren zu Basel beim Umbau des Schänzli-Tunnels. Keystone

Letzte Woche griff die Baselbieter Baudirektorin zu einem ungewöhnlichen Mittel: Sie schickte dem Bundesamt für Strassen einen Protestbrief. Darin verlangte die Baudirektorin, dass der Schänzlitunnel auf der Autobahn H18 in drei Jahren «reiner Bauzeit» saniert werden müsse.

Das Bundesamt für Strassen (Astra) hatte die beiden Kantone Basel-Stadt und Baselland bereits im Juni in der so genannten Begleitkommission informiert, dass sich die Bauzeit von fünf auf rund sieben Jahre verlängern werde. Dies weil das Bundesamt die Wünsche der Kantone berücksichtigte, dass die Sanierung des Autobahnabschnitts tagsüber den Verkehr möglichst wenig beeinträchtigt.

Die beiden Kantonsingenieure aus dem Kanton Basel-Stadt und dem Kanton Baselland hatten nämlich bereits im Sommer 2012 in einem Brief, welcher dem Regionaljournal vorliegt, vom Astra ein Verkehrskonzept verlangt. Oberstes Ziel dieses Verkehrskonzeptes: Während den Bauarbeiten sollten möglichst wenig Autofahrer auf Gemeindestrassen ausweichen. Ziel müsse es vielmehr sein, «möglichst viel Verkehr auf der H18 belassen», halten die beiden Kantonsingenieure fest.

Lieber kurz und schmerzvoll oder doch nicht?

Die Baselbieter Baudirektorin Sabine Pegoraro hingegen scheint jetzt plötzlich eine Kehrwende zu vollziehen. In der TV-Sendung «Salon Bâle» sagte sie letzten Sonntag: «Mir ist eine kurze Bauzeit lieber mit intensiven Beeinträchtigungen, dafür ist es nachher vorbei.» Eine kürzere Bauzeit wäre aber laut dem Bundesamt für Strassen nur dann möglich, wenn man auch tagsüber den Schänzlitunnel teilweise sperren würde. Dann aber wäre der Stau vorprogrammiert. Schliesslich fahren jeden Tag rund 55'000 Autos und Lastwagen durch diesen Tunnel.

Und den Stau würden dann viele Autofahrer versuchen, über Gemeindestrassen zu umfahren. Deswegen kommt der Protestbrief der Baudirektorin bei den betroffenen Gemeinden nicht gut an. Der Birsfelder Gemeindepräsident und FDP-Landrat, Christof Hiltmann, sagt, er sei zwar auch für eine möglichst kurze Bauzeit. Es sei für ihn aber undenkbar, während drei Jahren mit einem gesperrten Schänzlitunnel einen weiteren Engpass zu schaffen. Dies komme für Birsfelden einem Verkehrskollaps gleich. Schliesslich rolle schon heute jeden Tag eine Verkehrslawine durch das Dorf.

(Regionaljournal Basel, 06:32 Uhr)