Grenzach-Wyhlen bei Schweizern nicht nur zum Einkaufen beliebt

Grenzach-Wyhlen ist bei Schweizerinnen und Schweizern ein beliebter Wohnort. Die Zahl der Zuzüger aus der Schweiz ist in den letzten Jahren gestiegen. Grund sind die verhältnismässig günstigen Immobilienpreise und Mieten. Für die Grenzacher wird das Leben wegen den Neuzuzügern jedoch teurer.

Bus und Ortsschild Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der 38er Bus sorgt für regelmässigen Anschluss nach Basel. Im Dezember wird das Busangebot über die Grenze ausgebaut. SRF/Benedikt Erni

«Wir arbeiten beide in der Schweiz und suchten günstigen Wohnraum. Dies haben wir hier in Grenzach gefunden», erzählt eine Schweizerin, die ihren Wohnsitz mit ihrer Familie von der Schweiz nach Grenzach verlegt hat. Ähnlich tönt es bei anderen Schweizer Auswanderern. Viele von ihnen schätzen vor allem die Nähe zu Basel. «Mit dem 38er Bus bin ich in wenigen Minuten im Stadtzentrum.»

Insbesondere auch für Familien mit kleinen Kindern hat ein Umzug über die Grenze Vorteile. So sind Krippenplätze in Deutschland deutlich günstiger als in der Schweiz. Trotz der deutlich höheren Steuerbelastung habe sich der Umzug gelohnt, erzählt eine junge Mutter.

Immer mehr Schweizer kommen

Tobias Benz, seit Dezember 2014 Bürgermeister von Grenzach-Wyhlen, freut sich über die vielen Zuzüger aus der Schweiz, wie er gegenüber der «bz Basel» erklärte. Während im Jahr 2011 51 Schweizerinnen und Schweizer ihren Wohnsitz in seine Gemeinde verlegt haben, waren es 2015 schon 95.

Der weitaus grössere Teil der Neuzuzüger käme jedoch aus dem übrigen Deutschland, präzisiert Benz. Vielen von ihnen profitieren von der Nähe zu Basel und arbeiten in der Schweiz.

«Vor wenigen Tagen hat Grenzach-Wyhlen die Marke von 15'000 Einwohnern geknackt», erzählt der Bürgermeister stolz. Und es sollen noch mehr werden. In der Gemeinde stehen grössere Wohnbauprojekte bevor. Allein im Gebiet Hörnle, unmittelbar hinter der Schweizer Grenze, entstehen ab 2017 Wohnungen für 500 Personen.

Bürgermeister spürt negative Auswirkungen

Während sich mancher über vergleichsweise günstige Mieten und Immobilienpreise freut, ärgern sich eingesessene Grenzacherinnen und Grenzacher. «Die Immobilienpreise sind explodiert. Man findet kaum noch eine Wohnung zu einem zahlbaren Preis», beklagt sich ein Mann, der schon viele Jahre in der Gemeinde wohnt.

Dass die Preise gestiegen sind, bestätigt Bürgermeister Tobias Benz im Gespräch mit dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. Diese Entwicklung gäbe es jedoch nicht nur in Grenzach. «Steigt die Nachfrage, steigt der Preis», sagt Benz, der selber erst vor ein paar Monaten von Offenburg nach Grenzach gezogen ist. Die grosse Nachfrage nach Immobilien hat er zu spüren bekommen. «Meine Frau und ich haben lange gesucht. Es war auch für mich als Bürgermeister schwierig, etwas zu finden.»

(Regionaljournal Basel, 12.03 Uhr)