Grosser Drogenprozess vor dem Basler Strafgericht

Vier Männer aus Albanien stehen seit Montag vor dem Basler Strafgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, im 2015 im Kleinbasel rund 13 Kilo Heroin verkauft zu haben. Die Staatsanwältin fordert harte Strafen. Die Angeklagten bestreiten die Vorwürfe zu einem grossen Teil.

Zwei Hände tauschen Heroin gegen Geld. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Vor dem Basler Strafgericht kommt ein Fall von professionellem Heroinhandel im Kleinbasel zur Sprache. Keystone

Vier Männer der Drogenbande stehen vor dem Basler Strafgericht. Die Bande war im Januar 2015 ins hiesige Drogengeschäft eingestiegen, heisst es in der Anklageschrift der Basler Staatsanwaltschaft. Im Kleinbasler Matthäusquartier hätten die mutmasslichen Täter diverse Wohnungen gemietet, um dort zu wohnen, aber auch um ihre Drogen abzupacken und zu lagern, lautet der Vorwurf.

Die Bande sei sehr gut organisiert und strukturiert gewesen. Sie habe die Drogen immer nach dem gleichen Muster verkauft: Der vermeintliche Bandenchef habe die Bestellung per SMS entgegengenommen und die Informationen wie Treffpunkt, Menge, Zeit an seine Gehilfen weitergeleitet.

Die Bande, so die Staatsanwaltschaft, habe mindestens von Januar bis Mai 2015 mit Drogen gehandelt und dabei rund 13 Kilogramm Heroin verkauft und um die 200'000 Franken umgesetzt. Die Staatsanwältin fordert für den mutmasslichen Chef der Bande eine Gefängnisstrafe von zehn Jahren wegen bandenmässigem Drogenhandel und Geldwäscherei. Die anderen Angeklagten sollen für acht respektive sieben und vier Jahre hinter Gitter.

Drei Angeklagte geben Drogenhandel zu

Die Angeklagten selber waren vor Gericht sehr wortkarg. Sie hätten Angst um ihre Familien in Albanien, sagte einer. Drei der Angeklagten gaben zu, mit Drogen gehandelt zu haben, bestritten jedoch vor allem die Menge, die ihnen vorgeworfen wird. Die Staatsanwaltschaft habe diese hochgerechnet. Eine solche «Milchbüchlein-Rechnung» zu erstellen, sei nicht zulässig, sagte die Anwältin des jüngsten Angeklagten. Auch die Beweislage sei sehr dünn.

Die Verteidiger forderten in ihren Plädoyers mit höchstens fünf Jahren Gefängnis deutlich tiefere Strafen und in einem Fall ein Freispruch. Das Urteil folgt am Donnerstag.