Hat die Basler SVP ein Personalproblem?

Die Partei hat in letzter Minute ihren Kandidaten für die Ersatzwahl in die Basler Regierung ausgewechselt. Vetreter anderer Basler Parteien deuten dies als Zeichen, dass die Personaldecke bei der SVP immer noch dünn ist.

SVP-Parteistratege Joel Thüring (links) und Ersatzkandidat Eduard Rutschmann. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sind nun gefordert: SVP-Parteistratege Joel Thüring (links) und Ersatzkandidat Eduard Rutschmann. Keystone

Der Kandidat war bereits der Öffentlichkeit vorgestellt, die Partei hatte ihn offiziell nominiert - da machte Thomas Egloff am Montag überraschend einen Rückzieher. Er wolle doch nicht Basler Regierungsrat werden, sondern lieber Arzt bleiben, teilte er mit. Seine Partei, die SVP, musste in letzter Minute einen Ersatzkandidaten aus dem Hut zaubern: den Grossrat und Rentner Eduard Rutschmann.

Die anderen Parteien in Basel geben sich erstaunt über diese Hauruck-Aktion der SVP. Bei der SP hört man ein wenig Schadenfreude heraus, wenn Präsidentin Brigitte Hollinger sagt: «Die SVP erhebt Anspruch auf einen Sitz in der Regierung, hat am Ende aber nicht mal richtige Kandidaten. Dies sagt einiges aus.»

Etwas zurückhaltender geben sich die bürgerlichen Parteien. FDP-Präsident Daniel Stolz sagt: «Ich urteile nicht über andere Parteien.» Und LDP-Präsidentin Patrizia von Falkenstein will den Kandidatenwechsel der SVP nicht überbewerten. Sie fügt dann aber an: «Die SVP hat zwar eine gute Fraktion, aber wenn es um Regierungsratskandidaten geht, die eine breitere Akzeptanz benötigen, dann hat die Partei halt doch zu wenig Leute.»