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Legende: Audio Rohner meldete Verschmutzung nicht abspielen. Laufzeit 03:52 Minuten.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 05.03.2019.
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Havarie bei Rohner Pratteln fordert temporäre Schliessung

Bei der Firma RohnerChem in Pratteln kam es zu einem grösseren Zwischenfall. Bis klar ist, was genau passierte, will der Prattler Gemeinderat die Chemiefirma schliessen.

Wie viel Industriewasser in Pratteln auf dem Areal der Chemiefirma Rohner Chem ins Grundwasser gelangte, wisse man nicht, sagt Nico Buschauer, Sprecher der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD). Buschauer versichert jedoch: «Das Trinkwasser ist von der Havarie aber nicht betroffen.» Für die Gesundheit der Bevölkerung habe nach dem derzeitigen Kenntnisstand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden. Das Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) hat eine Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht.

Unklar ist aber auch, welche Substanzen und in welcher Konzentration aus der Abwasserleitung auf dem Gelände der Chemiefirma Rohner in den Boden geflossen sind.

Wir sind befremdet über den Umgang mit der Sicherheit für unsere Bevölkerung.
Autor: Stephan BurgunderGemeindepräsident

Dass die Firma bereits seit dem 12. Februar davon wusste und dies weder der Gemeinde noch dem Kanton meldete, ärgert den Prattler Gemeindrat. Er verlangt vom kantonalen Sicherheitsinspektorat, dass dieses eine temporäre Schliessung des Betriebs prüft. «Wir sind befremdet über den Umgang mit der Sicherheit für unsere Bevölkerung», sagt Gemeindepräsident Stephan Burgunder.

Erst «auffällige Messdaten» deuteten auf Havarie

Festgestellt hatte man das Leck in der Abwasserleitung aufgrund von routinemässig durchgeführten Grundwassermessungen. Damals habe man «auffällige Messdaten» festgestellt. Sofort eingeleitete Abklärungen durch das AUE hätten dann ergeben, dass es bei der Chemiefirma Rohner Chem zu einer Havarie gekommen war, so Buschauer. Diese Untersuchungen hätten zudem ergeben, dass das Leck in der Abwasserleitung schon seit 3,5 Monaten besteht, also dass bereits seit Monaten Industriewasser unkontrolliert im Boden versickere. «Das waren mehrere Tausend Liter», sagt Buschauer.

Unklar ist zudem, welche Substanzen dabei ins Grundwasser gelangt sind. «In welcher Konzentration das Industrieabwasser ins Grundabwasser gelangte, müssen wir nun abklären», sagt Buschauer.

In welcher Konzentration und Menge das Industrieabwasser ins Grundabwasser gelangte, müssen wir nun abklären.
Autor: Nico BuschauerBau- und Umweltschutzdirektion

Das Grundwasser im Bereich der Havarie wird nun abgepumpt und in die Abwasserreinigungsanlage (ARA Rhein) geleitet. Ausserdem wird die Bodenluft im Bereich des Havarie-Ortes abgesaugt. Die entsprechenden Arbeiten starten voraussichtlich am Dienstagabend.

Explosion erschreckte die Gemeinde

Die Wasserhavarie ist nicht der erste Unfall der Firma in Pratteln. So gab es im Februar vor drei Jahren eine Explosion. Die Gemeinde Pratteln machte sich danach öffentlich Sorgen um die Sicherheit der eigenen Bevölkerung. Bekannt ist auch, dass die ARA Rhein das Abwasser der Firma Rohner nur noch gegen Vorauskasse akzeptierte, weil die Firma offene Rechnungen bei ihr habe, so die ARA.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von martin blättler  (bruggegumper)
    Ich arbeite in meiner Firma in direkter Nachbarschaft zu Rohner,CABB und diverser anderer Chemiebetriebe.Ich bin Apparatebauer,und kenne die meisten dieser "Buden"
    auch von innen.Es wird langsam ungemütlich hier.Man nimmt zuviel Rücksicht,meist
    mit dem Argument der Arbeitsplätze.Ein Leck in einer Abwasserleitung,monate-oder
    jahrelang unentdeckt,ist grobfahrlässig.Und immer die gleiche Floskel:Keine Gefährdung für Mensch,Natur und Umwelt.
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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Es ist nie das Trinkwasser betroffen, egal wie gross das "Ereignis" ist! Aber wenn dem kleinen Bürger 1Liter Öl auf den Boden Fällt muss zum Schutz des Trinkwassers die Feuerwehr, die Chemiewehr, das Umwelt- und Baudepartement auffahren und den Boden grossräumig abtragen und Sondermüllentsorgt werden...
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