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Fernunterricht ist Pflicht
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 24.03.2020.
abspielen. Laufzeit 06:17 Minuten.
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Home-Schooling Die Corona-Krise stellt den Schulbetrieb auf den Kopf

Trotz der grossen Umstellung versuchen die Lehrkräfte den Schülern einen interessanten Fernunterricht zu bieten.

Olivia Negri ist Lehrerin einer dritten Klasse in Binningen. Zurzeit nimmt sie mit ihren Schülerinnen und Schüler das Thema «Vom Korn zum Brot» durch. Eine Aufgabe der Kinder: Ein Rezept für die Verwertung von altem Brot im Internet suchen, ausprobieren und das Resultat fotografieren.

Die Chancengleichheit ist gefährdet

Ihr Ziel ist, dass die Kinder zwei bis drei Stunden pro Tag unterrichtet werden. Dafür stellt sie Arbeitsmaterial bereit, das die Eltern gestaffelt einmal in der Woche abholen kommen. Die grosse Herausforderung sei, so Olivia Negri, dass die Schüler bei der Stange bleiben, wenn keine Lehrerin dabei ist. Sie versucht das, indem sie via Videotelefonie den Kontakt aufrecht hält.

Wichtig sei aber, dass die Eltern den Kindern eine Struktur geben. Sonst seien diese schnell überfordert mit der Situation. Allerdings könnten nicht alle Eltern dies leisten. Zum Beispiel, weil sie weiterhin auswärts arbeiten müssen. «Ich versuche diese Schüler zusätzlich zu unterstützen, indem ich noch öfters mit ihnen telefoniere», sagt Olivia Negri.

Persönliche Beziehung kommt zu kurz

Sandra Wehrli unterrichtet an der Sekundarschule in Pratteln Mathematik, Chemie und Biologie. Ihr Eindruck ist, dass die meisten Schüler gut mit der neuen Situation zurechtkommen. Aber: Die persönliche Beziehung zwischen ihr und ihren Schülern komme eindeutig zu kurz, sagt Wehrli. Das sei vor allem für jene Jugendliche noch schwieriger, die noch keine Lehre gefunden hätten. Immerhin seien die Anforderungen für das Brückenangebot für diese Schulabgängerinnen und Schulabgänger gesenkt worden.

Unklar, wie die Leistung messen

Flavia Manella ist Englisch- und Deutschlehrerin an Gymnasium Muttenz. Für Ihre Schüler sind die technischen Mittel kein Problem, die jetzt zum Einsatz kommen. Aber sie findet es schwierig, dass sie die Leistung, welche die Jugendlichen erbringen, kaum bewerten könne. Dabei sei gerade das für viele Schüler wichtig, eine Art Orientierungshilfe, die jetzt fehle. Und weil Manella Englisch unterrichtet, wäre es auch gut, die Schüler würden die Sprache anwenden. «Das kommt jetzt eindeutig zu kurz». Manella plant deshalb eine Art Gruppenkurs. Sie will sich via Videotelefonie mit vier Schülerinnen und Schüler verbinden, und so in der Gruppe auf Englisch sprechen.

Regionaljournal Basel; 17:30; polm/agom

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Armin Meile  (MrMele)
    Als Lehrperson+Vater kann ich nur sagen: Fernuntericht über einen Monat - das ist machbar. Danach wird es schwierig. Bildungsferne Eltern oder ohne genügende Sprachkenntnisse können die adäquate Unterstützung nicht leisten, die Schere in den Klassen wird immer weiter aufgehen, soziale Probleme in Familien entehen. Ich hoffe, dass sich die Behörden von Fakten (Fallzahlen, Vergleich zu früheren Pandemien) leiten lassen und weg von der Panik-Perspektive kommen. Eine ganzheitliche Sicht tut Not.
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    1. Antwort von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
      Habe schon Stimmen vernommen, die eine Repetition des Schuljahres fordern. Nun ja, der Untergang wäre es nicht. Für gewisse Fächer findet man auch im Netz nicht alles. Meine beiden Jungen zB müssen Versuche in Physik im Labor selber filmen, um sie ihren Gymelern wenigstens per Video weiterzuvermitteln zu können. Auch steht man als Lehrer momentan jenen Schülern machtlos gegenüber, welche ihre Aufgaben nicht abgeben, sondern lieber ihre Freiheit geniessen wollen. Sanktionen gibt es derzeit nicht.
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  • Kommentar von Bruno Wenk  (BWe)
    Sprachunterricht zu Hause wäre digital doch möglich!?
    Z.B. mit dem Smartphone (oder Tablet, Laptop, PC) Sprachaufnahmen machen (einen Text lesen, ein Bild beschreiben, eine Videosequenz in eigenen Worten zusammenfassen, usw.) und an die LehrerIn senden.
    Die LehrerIn könnte individuelles Feedback ebenfalls in Form von Sprachaufnahmen zurück senden.
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  • Kommentar von Marcel Baier  (Baier-Consulting)
    Toll wie Frau Negri den Kontakt sucht und diesen intensiviert, wenn die Eltern überfordert sind, oder ganz einfach die Zeit nicht haben, ständig Fragen der Kinder zu beantworten! Diese Beziehungsarbeit und das 'dranbleiben' an den SuS ist meiner Meinung nach das Entscheidende (eigentlich so wie immer -- im Schulhaus ist das ja genau gleich!)
    Schade findet scheinbar kein Austausch mit der ganzen Klasse statt. Gute Idee Frau Manella!- es geht ja darum zu sehen ob die Sch. die Kompetenzen haben..
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