Wochengast «Ich bin kein Patron»

Sein Unternehmen ist in der ganzen Welt präsent, dennoch will Klaus Endress nicht von einem Weltkonzern sprechen, sondern von einem Familienunternehmen. «Der Begriff Konzern strahlt keine Wärme aus», sagt der Verwaltungsratspräsident der Endress und Hauser Gruppe.

Klaus Endress ist stolz auf sein Unternehmen und seine Mitarbeiter. Seit 1975 ist die Firma allein im Besitz der Familie Endress. Rund 13'000 Beschäftigte arbeiten bei Endress und Hauser. Die Gruppe machte im Jahr 2016 über zwei Milliarden Franken Umsatz.

Endress selber gibt sich bescheiden. «Ich bin kein Patron. Ich mag den Begriff nicht», sagt Endress, der sich Ende 2013 als CEO der Gruppe zurückzog und seither nur noch den Verwaltungsrat präsidiert. Endress hofft, dass in spätestens 15 Jahren wieder ein Familienmitglied im Direktorensessel sitzt.

«  Klar ist der Standort in der Schweiz teuer, aber das ist egal. »

Klaus Endress
VR-Präsident der Endress und Hauser Gruppe

Nicht in Frage kommt, dass seine Firma, die ihren Hauptsitz im Reinacher Kägen-Quartier hat, ins Ausland zieht. «Klar ist der Standort in der Schweiz teuer, aber das ist egal. Das Produkt muss gut sein.»

Mitglied der FDP und des Universitätsrats

Endress bezeichnet sich selber als stolzes Mitglied der FDP Reinach und sitzt für die FDP auch im Gemeinderat von Reinach. An der aktuellen Bildungspolitik der Baselbieter FDP hat er jedoch überhaupt keine Freude. «Die FDP beschädigt sich damit selber. Wenn sie so weitermacht, verliert sie bei den nächsten Wahlen.»

Endress sitzt als Vizepräsident im Universitätsrat der Uni Basel. Dort sieht er sich als Vertreter der Uni und nicht als Vertreter des Kantons Baselland: «Aufgabe eines Universitätsrats ist nicht Lobbyarbeit für den Kanton.»

«  Die Baselbieter FDP beschädigt sich selber.  »

Klaus Endress
VR-Präsident der Endress und Hauser Gruppe

Endress feiert im nächsten Jahr seinen 70. Geburtstag. Ans Aufhören denkt er jedoch nicht. «Meine Frau sagt immer, der Terminplan eines Rentners sieht anders aus», meint er lachend. Dennoch will er sich Stück für Stück aus dem Betrieb zurückziehen und sich mehr seiner Familie und seinem Hobby dem Reiten widmen. Ein völliger Rückzug kommt für ihn jedoch nicht infrage. «Ich will etwas mitbewegen, solange ich kann.»