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Basel Baselland IG Dialekt will Freude am Baseldeutsch in Kindergärten fördern

Noch vor wenigen Jahren bekämpfte die IG Dialekt das Hochdeutsch in Basler Kindergärten. Mittlerweile akzeptiert die Organisation, dass die Kinder die Hälfte der Zeit Hochdeutsch sprechen. Trotzdem will IG Dialekt die Freude an Mundart mit einem neuen Lehrmittel «Sproocheschatz» fördern.

Kindergartenkinder sitzen um einen Tisch und spielen.
Legende: In Basel sollen Kinder im Kindergarten spielerisch zum Dialekt zurückfinden, neben dem Hochdeutsch. Keystone

Bisher existiert das Lehrmittel als Projekt. «Sproocheschatz» ist eine Schatzkiste, sagt Felix Rudolf von Rohr von der IG Dialekt. Mit der Kiste können Kindergärten auf eine Reise gehen - eine Reise durch Basel, die auch gleich eine Reise zum Dialekt sein soll. «Wir wollen zwei Figuren kreieren, die die Kindergartenklassen auf die Reise mitnehmen», so Rudolf von Rohr. «Ein junges Mädchen und ein alter Mann.»

Er macht auch gleich ein Beispiel: Der alte Mann kommt nach Basel und sucht einen Vogel für seinen kleinen Zoo. Mit den Kindern geht er ans Rheinbord und schaut sich dort die Schwäne an. Die kommen aber nicht in Frage, weil sie gerade Junge haben. Als nächstes betrachtet er zusammen mit den Kindern einen Basilisken, der allerdings kein richtiger Vogel ist. Im Rathaus trifft die Gruppe auf ein Gegacker, aber das sind ja Politikerinnen und Politiker, keine Vögel und so weiter.

«Die Kinder sollen nicht nur zuhören, sondern mitreden», sagt Felix Rudolf von Rohr. Sie sollen ein Gefühl für den Dialekt entwickeln und Freude an der Sprache finden. Und natürlich sollen sie auch Baseldeutsche Wörter lernen, Wörter wie «Angge» (statt Butter) oder «Stäge» (statt Treppe).

Mit dem Projekt «Sproocheschatz» ist die IG Dialekt beim Basler Erziehungsdepartement auf offene Ohren gestossen. Der Leiter Volksschulen, Dieter Baur, sagt, das Departement werde zwar kein Geld beisteuern, die Schatzkiste aber unter den Lehrpersonen bekannt machen. Das Projekt stosse auch in Zunftkreisen auf offene Ohren und habe von der Christoph Merian Stiftung viel Zustimmung erhalten, sagt Felix Rudolf von Rohr. Zur Finanzierunmg fehlen dennoch um die 200'000 Franken.

IG stellt sich neue Aufgabe

Die IG Dialekt ist eine Reaktion auf die Förderung des Hochdeutschen in den Basler Kindergärten. Seit wenigen Jahren fördern Kindergärten die Standartsprache nämlich. So sprechen die Kinder 50 Prozent ihrer Zeit im Kindergarten Hochdeutsch. Dagegen wehrte sich die Organisation IG Dialekt, die damals als Abstimmungskommitee gegen das Hochdeutsche in den Kindergärten fungierte. Diese Abstimmung verlor die IG, ihr Interesse am Baseldeutschen aber verfolgt sie weiter. Jetzt eben mit dem neuen Lehrmittel, das bereits 2018 in den Kindergärten zum Einsatz kommen soll.

(Regionaljournal Basel, 12.03 Uhr)

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Esther Siefert (E.S. (parteilos))
    Die Kinder sollten grundsätzlich wieder einmal einen Dialekt "lernen". Was man heute an "Sprache" zu hören bekommt, v.a. auch von Jugendlichen ist unter aller ... Das ist vielfach kaum mehr zu verstehen und schon mal weit entfernt von einem "Dialekt" oder einer "Muttersprache"...
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