In Baselland gibt es einen «Run» auf Lehrstellen

Bis Ende Juli wurden im Kanton Basel-Landschaft so viele Lehrstellenverträge abgeschlossen wie noch nie. Der Leiter des Amts für Berufsbildung, Hanspeter Hauenstein, meint zwei Gründe für diesen Hype zu kennen.

Zwei Lehrlinge arbeiten an einer Maschine. Sie tragen eine Schutzbrille Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Noch nie wurden in Baselland so viele Verträge für Lehrstellen unterzeichnet. Keystone

Im Kanton Basel-Landschaft ist offenbar der Lehrstellen-Boom ausgebrochen. Der Leiter des Amts für Berufsbildung und Berufsberatung, Hanspeter Hauenstein spricht von einem Hype.

Berufsausbildung ist attraktiver geworden

Hanspeter Hauenstein nennt zwei mögliche Gründe für diesen Boom: Erstens sei der Kanton Basel-Landschaft ein Kanton mit sehr vielen KMU-Betrieben. Zweitens habe die gute Wirtschaftslage Einfluss auf das Angebot und die Nachfrage nach Lehrstellen.

Ausserdem habe der Kanton Bemühungen unternommen, um die Berufslehre wieder attraktiver zu gestalten. Eine Massnahme war die Berufsbegleitung. Das heisst: Schülerinnen und Schüler, die Schwierigkeiten in der Schule haben und sich bereits früh abzeichnet, dass sie Schwierigkeiten bei der Lehrstellen-Suche haben könnten, werden besonders unterstützt bis zu ihrem Berufsabschluss.

Dazu kommt die Möglichkeit der Berufsmatur: «Wer heute einen Beruf lernt, kann anschliessend an die Fachhochschule gehen», sagt Hauenstein. Dieser Umstand trage dazu bei, dass die Berufsausbildung wieder beliebter geworden ist: «Heute ist nach einer abgeschlossenen Berufslehre alles möglich».

Es gibt sie doch noch, die unbeliebten Berufe

Dennoch gibt es Berufe, die nicht beliebt sind und Schwierigkeiten haben, Lehrlinge zu finden. «Berufe, bei denen man dreckig wird, sind unbeliebt», sagt Hanspeter Hauenstein. Gemeint sind zum Beispiel: Metzger oder Bauberufe. Einfacher haben es nach wie vor die Büroberufe.

Und dann gibt es noch weitere Branchen, die Mühe bekunden, die Lehrstellen zu besetzen. Berufe wie Maschinenbau oder Elektrotechnik. Hier ist das Problem, dass es anspruchsvolle Lehren sind, die gewisse mathematische Fähigkeiten voraussetzen. «Viele Schulabgänger, die diese Voraussetzungen mitbringen würden, entscheiden sich aber eher für das Gymnasium und gegen eine Lehrstelle», sagt Hanspetere Hauenstein.

Regionaljournal Basel, 12.03 Uhr