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Israelitische Gemeinde Basel «Wir wollen mehr junge Leute und Expats anziehen»

Manuel Battegay will seine Gemeinde neu beleben und hofft auf die liberalen Jüdinnen und Juden.

Manuel Battegay in seinem Büro
Legende: SRF

Die Israelitische Gemeinde Basel (IGB) schrumpft. Aktuell zählt sie nur noch knapp 1000 Mitglieder. Gleichzeitig wachsen die Ausgaben für Sicherheitsvorkehrungen. Keine leichte Situation für den neuen Präsidenten der IGB Manuel Battegay. Der Chefarzt für Infektiologie am Universitätsspital Basel will der Gemeinde neue Impulse geben, wie er im Interview sagt.

Regionaljournal Basel: Wieso haben Sie sich angesichts der vielen Probleme dazu entschlossen, Präsident der Israelitischen Gemeinde zu werden?

Manuel Battegay: Ich möchte Verantwortung übernehmen. Wichtig ist mir, dies gemeinsam mit einem Team zu tun, sprich mit dem Vorstand. Wir sind alle sehr motiviert und wollen die Gemeinschaft wieder zum Florieren bringen. Das ist nicht ganz einfach. Einerseits wegen der Abwanderung von Mitgliedern nach Israel. Andererseits hat die Gemeinde ein riesiges Spektrum von Auslegungen, wie man jüdisch lebt.

Wie wollen sie die Gemeinde formen?

Ich möchte die Gemeindemitglieder besser integrieren, sie mitgestalten lassen. Es ist mir auch wichtig, dass das gesamte Spektrum an Ansichten in der Gemeinde vertreten ist. Insbesondere auch jene der liberal eingestellten Mitglieder. Der Vorstand bildet diese Diversität sehr gut ab. Genauso wichtig ist mir aber auch der gute Kontakt zu den anderen religiösen Gemeinschaften.

Heisst das, dass Sie die Israelitische Gemeinde stärker öffnen wollen?

Ich glaube, dass unsere Gemeinde schon immer eine Rolle im Kulturleben der Stadt gespielt hat. Das sollten wir weiter pflegen. Zudem sollten sich weniger religiöse Mitglieder in der Gemeinde wohlfühlen. Wir wollen auch stärker jüngere Menschen anziehen, sowie Expats aus der Pharmaindustrie und der Wissenschaft. Denn für jüdisches Leben ist es wichtig, dass die Gemeinde auch eine gewisse Grösse hat.

Wie wollen Sie das schaffen?

Den Kontakt suchen und zuhören, das ist essentiell. Wir müssen aber auch neue Modelle schaffen in puncto Steuern für Mitglieder, die nur kurze Zeit in Basel wohnen. Wir müssen noch besser verstehen, was für einen Benefit jemand hat, wenn er Mitglied unserer Gemeinde ist.

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