Jacques Thurneysen: «Wasserfahren ist Sport und Kameradschaft»

Zum 54. Mal wurden in Basel die Meisterschaften im Schlagrudern durchgeführt. Zum ersten Mal waren diese Meisterschaften auch als Schweizermeisterschaften ausgeschrieben. Allerdings mit mässigem Erfolg.

Jacques Thurneysen sitzt auf der Ruderbank eines Weidlings, rudert und lächelt in die Kamera. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Jacques Thurneysen in seinem Element - auf dem Rhein. SRF

Tatsächlich nahm nur gerade ein einziger Wassersportverein aus der übrigen Schweiz an diesen Meisterschaften teil, nämlich der Aare Club Matten aus Bern. «Es ist schade», sagt Jacques Thurneysen, OK-Präsident der Schlagrudermeisterschaften und selber aktiver Ruderer, «wir haben diese Meisterschaften in der ganzen Schweiz ausgeschrieben, aber nur die Berner sind gekommen.»

Einige Vereine hätten ihre Boote schon ausgewassert, andere hätten wegen eines vereinsinternen Wettkampfs abgesagt. «Und es gab Clubs, die auf die Ausschreibung gar nicht antworteten.» Trotz diesen Aussagen sieht er die magere Teilnehmerzahl auch als Ausdruck einer Krise. Denn viele Vereine kämpften mit Nachwuchssorgen.

Vom Einzelkämpfer zum Teamplayer

Jacques Thurneysen,eigentlich von Beruf «Fährimaa» auf dem Rhein, war selber schon früh auf dem Weidling unterwegs, allerdings zuerst als Stehruderer: «Ich fand, ich reisse doch nicht am Ruder, habe einen Steuermann, der nicht steuern kann, gebe mir Mühe und wir sind doch zu langsam. Erst als ich eine Familie hatte, merkte ich, dass es wichtig ist, auch zusammen in einem Boot zu sitzen und einander zu vertrauen.»

Das Rudern im Weidling oder im tonnenschweren Langboot hat es Jacques Thurneysen aber auch deswegen angetan, weil es in der freien Natur stattfindet und stets auch ein wenig unberechenbar bleibt: «Manchmal muss man bei zweitägigen Wettkämpfen sogar zwei Ranglisten machen, weil der Bach so stark gestiegen ist, dass es nicht fair wäre, für alle nur eine Rangliste zu erstellen.»

Überhaupt macht der geschickte Umgang mit den Verhältnissen im Wasser, in diesem Fall dem Rhein, einen wichtigen Teil der Faszination fürs Schlagrudern aus, erklärt Jacques Thurneysen: «Das wichtigste beim Steuermann ist, dass er die Bojen sehr knapp anfahren kann, ohne sie zu berühren. Und für die Ruderer ist es wichtig, dass sie gmeinsam einen «Zwick» machen am Ende des Ziehens der Ruder.»

Rangliste spiegelt Beteiligung

Dass die Basler Vereine fast unter sich waren an diesen Schweizermeisterschaften, spiegelt sich natürlich auch in der Rangliste. Beim Vierer-Weidling hat bei den Aktiven der Nautische Club Basel 3 vor Horburg 1 und dem Nautischen Club 2 gewonnen. Bei den Langbooten holte sich der Wasserfahrverein Horburg den Sieg vor dem Nautischen Club 2. Den ehrenvollen dritten Platz eroberte hier der Aare Club Matten aus Bern.

(mulm/racc, Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)