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Basel Baselland Jagd in Basel-Stadt unter Beschuss

Brigitta Gerber vom Grünen Bündnis will, dass die Jagd in Basel-Stadt verboten wird. Der Wald werde für andere Dinge gebraucht, etwa für Spaziergänge. Mit dieser Forderung stösst die Basler Politikerin jedoch auf heftigen Widerstand.

Jäger zielt mit Gewehr und Zielfernrohr
Legende: Jäger in Position - Dieses Bild soll es in Basel-Stadt nicht mehr geben Colourbox

In Riehen und Bettingen gibt es rund eine Handvoll Menschen, die ein Jagd-Patent besitzen. Bis jetzt zumindest. «Es ist fraglich, ob die beiden Jagdreviere so nahe an der Stadt sinnvoll sind», findet Brigitta Gerber. Der Wald sei ein wichtiges Erholungsgebiet und die Bevölkerung von Basel solle ihn entsprechend nutzen können.

«Das Naturerlebnis ist getrübt, denn die Tiere sind wegen der Jagd verängstigt und verstecken sich», so Gerber. Sie hat eine Motion eingereicht, in der sie die Regierung dazu auffordert, die Jagd in Basel-Stadt zu verbieten.

Genf als Vorbild

Das Beispiel Genf zeige, dass es die Jagd nicht brauche. «Das Argument, dass ohne die Jagd der Wildbestand zu gross sei, ist nicht wahr», so Gerber. Es gebe eine natürliche Regulation durch das Futterangebot und die Grösse des Lebensraums. «Gibt es viele Mäuse, so gibt es viele Füchse. Gibt es wenig Mäuse, dann gibt es auch wenig Füchse.»

Ganz anders sieht dies Christoph Fuchs, Präsident des Basler Jagd-Clubs. Für ihn ist das Jagen viel mehr als das Abschiessen von Tieren. «Das Jagen hat eine kulturelle Tradition», so Fuchs. Man könne nicht einfach auf die Natur vertrauen, sondern müsse regulatorisch eingreifen.

Böse Briefe

«Wir haben aktuell zum Beispiel in der Region Krankheiten, die sowohl das Wild als auch Haustiere bedrohen», erklärt der leidenschaftliche Jäger. Zudem seien die Jäger auch für viele andere wichtige Aufgaben zuständig, etwa für die Pflege von Biotopen. «Würde man die Jagd abschaffen, müsste man dafür Leute einstellen und bezahlen.»

Das Thema scheint emotional aufgeladen zu sein: «Seit ich die Motion eingereicht habe, bekomme ich abstruse Mails und Briefe», so Brigitta Gerber. In diesen Schreiben liesse der Ton oft zu wünschen übrig. «Ich werde beschuldigt, nichts von Wildtierbiologie zu verstehen, und als Lügnerin hingestellt.»

«Bambi-Mörder» versus «Lügnerin»

Aber auch Jäger Christoph Fuchs ist Anschuldigungen ausgesetzt: «Ich werde als Bambi-Mörder bezeichnet», so Fuchs. Das Thema bewege die Menschen halt offensichtlich.

8 Kommentare

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  • Kommentar von carl sonnthal, indemini
    Herr Fuchs geht auch gerne auf Treibjagden oder Vogeljagden im Ausland. Wildtiere mögen keine Jäger, aber Naturfreunde. Von einer intakten Natur kann also keine Rede sein. Es entspricht dem Zeitgeist, dass man das Wildtiermanagement in professionelle Hände übergeben sollte. Holland hat die Jagd 2002 auch weitgehend abgeschafft. Wildschweine, Füchse, Marder, nahezu alle Vogelarten und auch Rehe sowie Hirsche werden nicht mehr gejagt. Jagd ist Unkultur, wie der Stierkampf.
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  • Kommentar von Toma Rosen, Erlenbach
    Verbietet die Jagd! Freiheit den Füchsen. Hoch lebe der Wolf. Her mit dem Bär. Menschen haben im Wald nichts zu suchen, die stören dort nur. Ab ins verdichtete Ghetto. Gemerkt? In einem Kleinstaat mit vielen vielen Langzeitgästen aus aller Welt wird Natur zum Luxus. Und erstaunlich - sie macht vor unserer (Haus)Tür nicht halt. Auch Füchse, Wölfe und Bären schätzen unsere Zivilisationsvorteile. Ganz besonders den getrennten Abfall im Kompost.
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  • Kommentar von Hagou Hans, Bienne
    ...warum lässt man eigentlich beim Menschen die natürliche Regulation (Überbevölkerung) sein, obwohl er mehr Schädigungen anstellt, als jegliches Tier auf diesem wunderbaren Planeten! Nur weil man das Tier isst und keine Abdankung mit Beerdigung macht? "Ich bin kein Hirsch", zum Glück....EIGENTLICH SAUBLÖD, GELL!
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