Jahresrückblick Teil 1: Honoraraffäre kommt in Basel-Stadt an

Das neue Jahr begann so, wie das alte aufgehört hatte: Mit Schlagzeilen rund um die Honoraraffäre. Nachdem die Baselbieter Finanzkontrolle noch im alten Jahr Ungereimtheiten bei Altregierungsmitgliedern festgestellt hatte, gingen auch die Basel-städtischen Regierungsleute über die Bücher.

Und einer von ihnen musste dabei «Nachlässigkeiten und Fehler» feststellen. Gesundheitsdirektor Carlo Conti steckte über 100'000 Franken in den eigenen Sack, obwohl er das Geld dem Kanton hätte abgeben müssen. «Ich entschuldige mich dafür in aller Form», so Conti - und trat zurück.

Genug vom Amt als Regierungsrat

Auch im Baselbiet ging im Januar ein Regierungsrat an die Medien - und verkündete, dass er genug habe vom Amt. Bildungsdirektor Urs Wüthrich sagte öffentlich, dass er nicht für eine Wiederwahl zur Verfügung stehe. Die Honoraraffäre habe damit jedoch nichts zu tun. «Aber 60 ist ein guter Zeitpunkt, um noch etwas anderes zu machen.»

Eklat im Gesundheitswesen

Rücktritte gab es anfangs Jahr nicht nur in der Politik, sondern auch im Gesundheitswesen. Im Februar kam es im Kantonsspital Baselland zum Eklat. CEO Heinz Schneider musste gehen und Verwaltungsratspräsident Dieter Völlmin trat freiwillig zurück.

Gesundheitsdirektor Thomas Werber sagte dazu: «Wenn ein Spital anfängt Patienten zu verlieren, dann ist das Risiko für den Eigner zu gross.»

Für Aufsehen sorgte auch die Zeitung Tageswoche. Es wurde publik, dass sie die Hälfte ihrer Auflage nicht an Abonnenten verkauft, sondern gratis an den Flughäfen Basel und Zürich auflegt. Die Staatsanwaltschaft eröffnete eine Untersuchung, stellte diese später im Jahr aber wieder ein.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)