Kantonslabor will unhygienische Beizen beim Namen nennen

Im vergangenen Jahr haben 14 Prozent der Basler Restaurants die Hygienevorschriften nicht erfüllt. Bislang sind sie anonym geblieben - das könnte sich jetzt ändern.

Die meisten Beizer waschen ihr Geschirr sauber ab. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die meisten Basler Beizer arbeiten sauber - aber es gibt auch 14 Prozent schwarze Schafe. Keystone

Das Basler Kantonslabor will sich für die Einführung eines «aktiven Öffentlichkeitsprinzips» stark machen. Was mit diesem technokratischen Begriff gemeint ist: Alle Beizen sollen verpflichtet worden, die Resultate der Lebensmittelinspektoren klar sichtbar zu zeigen. Das heisst: Hygienische, aber auch unhygienische Beizen würden beim Namen genannt.

In anderen Ländern habe dieser Schritt zu deutlich besserer Hygiene, weniger Beanstandungen und mehr Konsumentenvertrauen geführt, heisst es in einer Mitteilung des Kantonslabors. In der Schweiz wird der Schritt derzeit mit dem neuen Gesetz für Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände beraten. Dieses liegt momentan bei der Kommission für Gesundheit und soziale Sicherheit.

Beizer sprechen von «Hygiene-Pranger»

Auf Widerstand stossen diese Pläne des Kantons bei den Basler Wirten. Der Wirteverband spricht in einer Medienmitteilung von einem «Hygiene-Pranger». Es bringe nichts, «Restaurants öffentlich zu brandmarken und sie so dauerhaft zu schädigen. Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler.»

Im vergangenen Jahr nahm der Kanton 1353 Kontrollen vor. 973 Verpflegungsbetriebe wurden als gut oder akzeptabel qualifiziert. 154 der kontrollierten Betriebe schnitten hingegen mangelhaft bis schlecht ab. Wegen Hygienemängeln geschlossen wurden zwei Betriebe.