Kasernen-Sanierung Kaserne Basel: Wackelt der Kompromiss kurz vor der Abstimmung?

Am 12. Februar stimmt Basel-Stadt über die Sanierung der Kaserne ab. An die Urne kommt ein über Jahre ausgehandelter Kompromiss, gegen den von bürgerlicher Seite das Referendum ergriffen worden war. Nun zeigt sich, dass auch die beiden Hauptveranstalter auf Distanz gehen.

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Bildlegende: Bald entscheidet das Basler Stimmvolk über die Zukunft der Kaserne. Juri Weiss

Der Umbau der Kaserne Basel kommt am 12. Februar an die Urne. Vorausgegangen war ein jahrelanges Ringen um einen Kompromiss: Der Radikalforderung nach einem grosszügigen Durchbruch zum Rhein hin stand der Wunsch nach Erhalt des ursprünglichen Baus gegenüber. «Jetzt liegt aber endlich ein Vorschlag auf dem Tisch, der von fast allen Kasernen-Nutzern getragen wird», sagt Philipp Cueni vom Komitee Pro Kasernenareal. Es sei deshalb wichtig, dass das Projekt jetzt auch an der Urne eine Mehrheit bekomme.

Der ausgehandelte Kompromiss sieht eine grosszügige, mehrstöckige Halle mit Ausgang auf die Rheinpromenade in der Mitte des Hauptbaus vor. Hinter diesen baulichen Kompromiss konnte sich zuletzt auch der Basler Heimatschutz stellen.

Bei der Beratung im Grossen Rat waren vor allem die Kosten von über 40 Millionen Franken ein Thema. Man könne nicht soviel Geld ausgeben nur um einen Kompromiss nicht zu gefährden, der eigentlich niemanden überzeuge, kritisierten die bürgerlichen Fraktionen. Schon in der Ratsdebatte kündeten sie ein Referendum an.

Kritik von Herbstmesse und Tattoo

Jetzt zeigt sich, dass auch die beiden wichtigsten Veranstalter alles andere als begeistert sind: Kritik kommt vom Basel Tattoo und von der Basler Herbstmesse. Erik Julliard, Produzent des Militärmusikfestivals, überzeuge das Projekt persönlich nicht. Der Umbau bedeute für das Basel Tattoo auch einen grossen Mehraufwand, weil es weniger freie Räume geben werde: «Wir müssen unsere über 1000 Mitwirkenden an anderen Orten versorgen. Hier müssen wir nach neuen Lösungen suchen.» Auch Oskar Herzig, SVP Grossrat und Sprecher der Markthändler und Schausteller steht dem Umbau kritisch gegenüber: «Die Herbstmesse auf dem Kasernen-Areal wird durch den Umbau gefährdet.»

Philipp Cueni vom Komitee Pro Kasernenareal glaubt jedoch nicht, dass der Kompromiss deswegen bröckelt. «Die Politik bekennt sich auch klar zu den beiden Veranstaltungen auf dem Kasernenareal.» Das Pro Komitee sei bei den Beteiligten auch ohne Tattoo und Herbstmesse breit abgestützt.

Bedenken seien unbegründet

Regierungsrat Guy Morin stellt die Behauptungen von Juillard und Herzig in Abrede. Weder die Herbstmesse noch das Tattoo seien durch den Umbau gefährdet. Im Gegenteil, der Kanton Basel-Stadt setzte alles daran, dass die beiden Veranstaltungen auch während der Bauzeit durchgeführt werden können. Nach der Fertigstellung könne es allenfalls zu leichten Veränderungen bei der Organisation der Veranstaltungen kommen.