Katholische Kirche vor historischer Abstimmung

Am 28. September stimmen die Mitglieder der römisch-katholischen Kirche in den beiden Basel über die sogenannte Gleichstellungs-Initiative ab. Diese verlangt, dass das Priesteramt einfacher zu erlangen sei, unabhängig von Geschlecht oder Zivilstand.

Zwei Mädchen auf einer Schaukel auf einem roten Tepich auf dem Basler Barfüsserplatz. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Eine Schaukel soll die Suche nach dem Gleichgewicht zwischen Mann und Frau in der Katholischen Kirche symbolisieren. SRF

Die sogenannte Gleichstellungs-Initiative war 2012 in beiden Basel eingereicht worden. Sie verlangt, dass die Verfassungen der Kirchen in Basel-Stadt und Basel-Land durch den Passus ergänzt würde, es sollen «Veränderungen insbesondere in Bezug auf die gleichberechtigte Zulassung zum Priesteramt, unabhängig von Zivilstand und Geschlecht, ermöglicht werden.»

Viel Symbolik im Spiel

Am symbolträchtigen katholischen Feiertag Maria Himmelfahrt starteten nun die Initianten ihren Abstimmungskampf - im Historischen Museum am Barfüsserplatz. Denn das Anliegen sei ebenfalls «historisch», wie an der Medienkonferenz gesagt wurde.

Die Initianten setzten auch weiter auf Symbolik: sie luden auf dem Barfüsserplatz Kinder ein, auf einer Schaukel zu spielen. Zum Zeichen, dass in der katholischen Kirche nicht alles «im Gleichgewicht» sei.

Ob allerdings die Symbolik reicht, um die Abstimmung am 28. September zu gewinnen und vor allem auch genügend Befürworterinnen und Befürworter überhaupt an die Urne zu bringen, das muss sich erst noch zeigen. Man wolle jetzt möglichst direkt auf das Kirchenvolk zugehen, sagt Theologin Monika Hungerbühler, eine der Initiantinnen. Da es keine deklarierten Gegner des Anliegens gebe, «sind unsere grössten Gegnerinnen die Gleichgültigkeit und die Frustration über das Bisherige», wie sie sagt.

Sozusagen neutral verhält sich der Bischof von Basel, Felix Gmür: nach mehreren Anläufen trägt er die aktuelle Formulierung der Initiative nun mit und ermöglichte so erst überhaupt den Abstimmung.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)