Kehrtwende des Basler Grossrats bei der Sterbehilfe

Das Kantonsparlament korrigierte seinen Entscheid vom Frühling, dass alle Basler Spitäler und Heime Sterbehilfe anbieten müssen.

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Bildlegende: Basler Spitäler und Heime müssen Sterbehilfe nicht anbieten. Keystone

Im Frühling überwies der Grosse Rat einen Vorstoss des Freisinnigen Luca Urgese an die Regierung, der eine heftige Kontroverse auslöste. Der Vorstoss verlangte, dass alle Spitäler und Heime im Kanton Basel-Stadt Sterbehilfe anbieten müssen.

Dieser Entscheid löste vor allem bei den Spitälern und Heimen heftigen Widerstand aus. Die Diskussion hat in der Zwischenzeit nun offenbar das eine oder andere Ratsmitglied zum Umdenken bewogen. Mit 39 gegen 38 Stimmen ist der Rat am Mittwoch knapp der Regierung gefolgt, die sich ebenfalls gegen diese Verpflichtung ausgesprochen hatte.

Die Befürworter hatten argumentiert, dass mit so einer Regelung niemand in diesen Institutionen gezwungen werde, selber Sterbehilfe zu leisten. Die Institutionen müssten nur Sterbehilfe-Organisationen Zugang gewähren. Die Gegner ihrerseits argumentierten unter anderem, dass ein Spital oder Heim eine Gemeinschaft sei und dass eine solche Praxis auf diese Gemeinschaft abfärben würde.