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Legende: Audio Soll Basel Benzinautos von seinen Strassen verbannen? abspielen. Laufzeit 04:45 Minuten.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 10.09.2019.
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Klimaschutz Basel diskutiert über Abschied von Benzinautos

Ab dem Jahr 2050 soll die Schweiz klimaneutral sein - das heisst: unter dem Strich keine Treibhausgase mehr ausstossen. Dies hat der Bundesrat beschlossen. Was bedeutet dies konkret? Zum Beispiel für den Verkehr. Das zeigt sich nun in Basel.

Raphael Fuhrer ist Politiker der Grünen - und Präsident der Umwelt- und Verkehrskommission des Basler Kantonsparlaments. Für ihn ist klar: Um die Klimaziele des Bundes zu erreichen, müssen sich auch die Kantone Ziele setzen - in der Verkehrspolitik. «Der Verkehr ist ein ganz wichtiger Faktor, wenn es um den Klimaschutz ist. Er hat bislang keinen Beitrag dazu geleistet, im Gegensatz zum Wohnen oder zur Industrie. Und es ist höchste Zeit, dass wir auch im Verkehr vorwärts machen, sonst erreichen wir die Klimaziele nicht.»

Die Umwelt- und Verkehrskommission will in einem Gesetz Ziele festlegen für die Basler Verkehrspolitik. Vor allem zwei dieser Ziele sorgen für Diskussionen. Erstens: Bis im Jahr 2050 sollen auf Basels Strassen, ausserhalb der Autobahnen, nur noch - wie es im Gesetzesvorschlag heisst - umweltfreundliche Autos fahren. Sprich: Basel soll sich von fossil betriebenen Fahrzeugen verabschieden. Und zweitens: Alle Autos, auch wenn sie umweltfreundlich sind, sollen geteilt werden.

Es soll nicht mehr nötig sein, ein eigenes Auto zu besitzen.
Autor: Raphael FuhrerPräsident der Umweltkommission des Grossen Rats

Fuhrer sagt: «Ziel muss sein, dass es attraktiv ist, Öffentlichen Verkehr, geteilte Autos und Velos zu kombinieren. So dass es nicht mehr nötig ist, ein eigenes Auto zu haben.» Autos zu teilen, das sei notwendig, weil Prognosen besagen, dass der Verkehr zunehme in den kommenden Jahren. Der Platz im dicht besiedelten Stadtkanton sei jedoch begrenzt.

Ob diese Ziele der Kommission im ganzen Basler Kantonsparlament mehrheitsfähig sind, zeigt sich am Mittwoch. Dann wird der Gesetzesvorschlag diskutiert. Die Chancen dazu stehen gut, die rot-grünen Parteien haben eine Mehrheit. Die Bürgerlichen allerdings laufen Sturm gegen den Gesetzesvorschlag - allen voran der Basler Gewerbeverband. Direktor Gabriel Barell findet: «Der Vorschlag ist für uns inakzeptabel, weil er beinhaltet ein faktisches Verbot des Besitzes und des individuellen Benützens von Motorfahrzeugen.»

Das wäre ein faktisches Verbot des Besitzes von Motorfahrzeugen
Autor: Gabriel BarellGewerbedirektor Basel-Stadt

Vor allem das Ziel, dass alle Fahrzeuge geteilt werden, stösst bei ihm auf Unverständnis. Dies sei für das Gewerbe nicht praktikabel: «Stellen Sie sich einen Unternehmer vor, der morgens zuerst zu einem Sharinghub gehen muss, um einen Lieferwagen zu holen, um diesen dann noch nach seinen Bedürfnissen zu bestücken. Das ist inakzeptabel.» Autos zu teilen - das sei für ihn eine sozialistische Gesellschaftsphantasie, sagt der Gewerbedirektor.

Widar von Arx, Mobilitätsforscher an der Hochschule Luzern, beurteilt die Vorschläge nüchterner. Der Wissenschaftler sagt zum Ziel, bis 2050 Benziner und Dieselautos von Basels Strassen zu verbannen: «Es ist unbestritten, dass die Zeit der fossilen Energieträger im Verkehr abläuft. Vor allem China macht enormen Druck auf Hersteller, dass sie emmissionsfreie Fahrzeuge produzieren. Daher dürfte dieser Zustand im Stadtverkehr schon vor 2050 erreicht sein.»

Benzinautos dürften bis 2050 ohnehin von den Stadtstrassen verschwunden sein
Autor: Widar von ArxMobilitäsexperte von der Hochschule Luzern

Andere europäische Städte wie Paris, Amsterdam und Oslo würden ebenfalls vorwärts machen beim Abschied von fossil betriebenen Fahrzeugen. Auch Autos zu teilen, sei im Trend. Ob das allerdings mehrheitsfähig sei, das wisse er nicht.

Die Basler Verkehrsziele seien grundsätzlich erreichbar, sagt der Mobilitätsforscher. Es stelle sich aber die Frage, ob es sinnvoll sei, wenn einzelne Kantone Benzinautos verbannen wollen, andere nicht. Zumal man mit Autos häufig die Kantonsgrenzen überquert.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Müller  (Halu6orm)
    Selten so ein Blödsinn gelesen. Kann ja nur von Rot / Grün kommen.
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  • Kommentar von b. glaset  (glaset)
    Die Politik ist in eine Klimahysterie verfallen und spinnt nur noch. Wenn das blos gut ausgeht!
    Jedenfalls verabschiede ich mich nicht vom Benziner, aber von der Stadt Basel.
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  • Kommentar von Urs Fries  (Stickel)
    Hier geht es nicht ums Klima, sondern um den Umbau der Gesellschaftsordnung, wie von Cédric Wermuth, dem Schweizer Maduro, angekündigt.
    Nachdem Uweltaffine auf Anraten von grüner Seite auf Dieselfahrzeuge umgestiegen sind, werden sie nun wieder an den Pranger gestellt. Sicher haben die Grünen die Argumente gegen Elektroautos in Petto, wenn sie dereinst in den Städten von elektrisch angetriebenen und autonom, oft leer herumfahrenden Autos (Abholservices) überschwemmt werden.
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