Knatsch innerhalb der Basler SP

Dass der Basler SP-Grossrat Tobit Schäfer den CVP-Mann Lukas Engelberger im Regierungswahlkampf unterstützt, bevor die SP eine Parole beschlossen hat, sorgt für Unmut. Fraktionschef Stephan Luethi sagt: «Das geht nicht.» Parteipräsidentin Brigitte Hollinger spricht von einem «unschönen» Vorgehen.

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Bildlegende: Die Einladung zur Medienkonferenz. Im Präsidium des Unterstützungskomitees sitzt auch Tobit Schäfer. SRF

SP-Grossrat Tobit Schäfer sitzt im Unterstützungskomitee für CVP-Regierungskandidat Lukas Engelberger. Dies geht aus einer Einladung zu einer Medienkonferenz hervor.

Der Entscheid sei laut Schäfer schnell gefallen: Weil die SP keinen eigenen Kandidaten für die Regierungsratersatzswahl stellt, unterstütze er CVP-Politiker Lukas Engelberger. «Ich kenne Lukas Engelberger schon lange und bin mit ihm befreundet.» Er sei auch von den Qualitäten Engelbergers überzeugt.

Kritik aus den eigenen Reihen

Dass Schäfer einen bürgerlichen Kandidaten in dessen Wahlkampf offiziell unterstützt, kommt innerhalb der SP nicht gut an. Fraktionschef Stephan Luethi spart nicht mit Kritik und sagt klar: «Ich finde, das geht nicht». Es bestehe eine feste Regel innerhalb der Partei, dass man sich als SP-Mitglied nicht exponiere, solange die Partei noch keinen offiziellen Entschluss gefasst habe.

Zurückhaltender äussert sich SP-Parteipräsidentin Brigitte Hollinger: «Tobit Schäfer muss es selber wissen.» Er hätte aber sicher die Delegiertenversammlung abwarten sollen, die am kommenden Donnerstag stattfindet. «Das Vorgehen ist unschön, aber keine Katastrophe», ergänzt Hollinger.

Tobit Schäfer argumentiert so: Die Wahlen seien bald und das Komitee «Lukas Engelberger in den Regierungsrat» habe nur noch wenig Zeit. Deshalb wurde die Medienkonferenz, an der sich das überparteiliche Komitee vorstellt, auf Freitag gesetzt - just einen Tag nach der Delegiertenversammlung der SP. Eine nicht ganz optimale Terminierung, findet auch Tobit Schäfer, er relativiert aber: «Ich glaube, mein Vorgehen ist nicht schädigend für die Partei.»