Knatsch um Professoren-Auswahl in der Theologischen Fakultät

Kritik löst aus, dass im Berufungsverfahren für die Professur im Bereich «Neues Testament» offenbar keine Frau empfohlen wird. Darum fordern Theologen, dass das Verfahren überprüft oder sogar neu aufgerollt wird.

Lukas Kundert, Kirchenratspräsident der evangelisch-reformierten Kirche BS am Rednerpult. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Exponiert sich mit Kritik: Kirchenratspräsident Lukas Kundert moniert Auswahlverfahren für Theologie-Professur. Juri Weiss

Erster Kritiker des Auswahlverfahrens ist der jetzige Neu-Testamentler an der Universität Basel: Ekkehard Stegemann hat beim Rektor der Universität Basel Protest eingelegt gegen das Wahlverfahren für seine Nachfolge an der eigenen Fakultät. Ein spezieller Vorgang, den Stegemann aber nicht weiter kommentieren kann: Weil es sich nun um ein laufendes Verfahren handle, könne er nicht Stellung nehmen.

Stellung nimmt dafür Lukas Kundert: Im Regionaljournal Basel auf SRF 1 kritisiert der Kirchenratspräsident der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons, dass die Berufungskommission der Theologischen Fakultät es erneut verpasst habe, eine Frau für eine Professur zu empfehlen.

Dies sei aus zwei Gründen stossend. Erstens wisse er, dass genügend qualifizierte Frauen zur Auswahl gestanden hätten. Und zweitens bleibe damit die Forderung der Universität selber weiterhin unerfüllt; diese habe von der Theologischen Fakultät gefordert, dass sie möglichst bald eine der neun Professuren endlich mit einer Frau besetze.

Dass dies nun immer noch nicht gelungen sei, dies liege auch an Verfahrensfehlern, die sich die Berufungskommission der Fakultät geleistet habe, kritisiert Kundert. Daher richtet sich seine Forderung zwar auch an die Fakultät, das Verfahren schlicht zu wiederholen. Zudem verlangt er aber auch von höchster Instanz, vom Rektorat, das Berufungsverfahren zu überprüfen.

Man werde das ganze Problem genau ansehen, sichert Rektor Antonio Loprieno zu, der gerade in den Ferien weilt. Inhaltlich könne er allerdings zu diesem Verfahren noch keine Stellung beziehen - vor allem auch, weil zuerst das ganze Rektorat den Fall diskutieren müsse.