Sportunterricht Kneifen im Turnunterricht soll nicht mehr möglich sein

Der Baselbieter Landrat entscheidet über die Einführung von Aktiv-Dispensen im Sportunterricht. Am Gymnasium Oberwil werden diese schon angewendet. Die Erfahrungen seien gut, sagen Verantwortliche.

Kinder balancieren in Turnunterricht über Stange Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Balancieren kann man auch mit einer Verletzung am Finger. Keystone

«Ein gesunder Geist gehört in einen gesunden Körper», sagt Landrat Klaus Kirchmayr (Grüne). Er hat im Landrat deshalb einen Vorstoss eingereicht für die Einführung von sogenannten Aktiv-Dispensen. Das heisst:

  • Alle Schülerinnen und Schüler sollen grundsätzlich am Sportunterricht teilnehmen.
  • Mitturnen soll auch, wer eine kleine Verletzung hat.
  • Ärzte sollen dem betroffenen Schüler sogenannte Aktiv- oder Teildispensen ausstellen für gewisse Sportaktivitäten.

Mit einer Verletzung am Finger, kann man demnach im Fussball mitspielen oder Kniebeugen machen. «Die Förderung der Sportlichkeit und der Gesundheit ist eine wichtige Aufgabe der Schule», betont Kirchmayr.

In Oberwil bereits eingeführt

Vor rund einem Jahr hat das Gymnasium Oberwil diese Aktiv-Dispensen eingeführt. Seither habe die Zahl der Schülerinnen und Schüler im Sportunterricht zugenommen, sagt Rektor Marc Rohner. «Unsere Lehrerinnen und Lehrer stellen fest, dass nun grundsätzlich alle Schüler im Sportunterricht dabei sind, ausser es fehlt jemand den ganzen Tag».

Das Anfertigen einer Teildispens seit für Ärzte kein zusätzlicher Aufwand. Er muss lediglich ankreuzen, welche Tätigkeiten der Schüler oder die Schülerin machen kann und welche nicht.

Marc Rohner hofft deshalb, dass das Modell, das am Gymnasium eingeführt wurde, im ganzen Kanton Schule macht.