Baselbieter Schulpolitik Komitee «Starke Schule» eckt mit weiterer Initiative an

Fünf Leute übergeben eine Schachtel mit Unterschriftenbögen an Landschreiber Peter Vetter Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Übergabe der jüngsten Initiative des Komitees «Starke Schule beider Basel» SRF Sedrik Eichkorn

In den letzten Jahren hat das von Landrat Jürg Wiedemann (Grüne Unabhängige) initiierte Komitee «Starke Schule beider Basel» zwölf Initiativen lanciert. Nur zwei Initiativen wurden vom Volk angenommen, vier hingegen abgelehnt. Andere sind noch hängig.

Der Politiker sitzt an einem Tisch und hält seine Brille in der rechten Hand. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Landrat Jürg Wiedemann (Grüne-Unabhängige) SRF Sedrik Eichkorn

Die Flut an Initiativen stösst im Baselbiet je länger je mehr auf Kritik. Mit der jüngsten Initiative (siehe Kasten) nimmt die Kritik noch zu.

Florence Brenzikofer, Grüne Landrätin, sagt: «In den Anfängen stellten sie die richtigen Fragen. Heute behandeln die Initiativen aber Detail-Fragen, die vor allem Unruhe stiften.» Auch CVP-Landrat Pascal Ryf äussert sich kritisch zur Flut an Volksbegehren: «Viele schütteln nur noch den Kopf, wenn sie von der «starken Schule» hören. Jürg Wiedemann beisst mittlerweile in breiten Kreisen auf Granit.»

Zusatzinhalt überspringen

Die jüngste Initiative

Die neuste Initiative fordert, dass die Fächer Geographie, Geschichte, Biologie, Chemie und Physik in den Schuljahren, in denen sie unterrichtet werden, mit mindestens zwei Lektionen dotiert sind. Der Bildungsrat Baselland sieht für diese Fächer höchstens 1.5 Wochenstunden vor.

Zenit überschritten?

Begonnen hatte alles mit den grossen Schulreformen und der Einführung des Lehrplans 21 im Baselbiet. Jürg Wiedemann und seine «Starke Schule» hatten die Veränderungen in der Schullandschaft kritisch hinterfragt, was damals noch viele begrüssten. Jetzt sei aber eine andere Zeit, heisst es aber immer häufiger.

Auch SVP-Landrat Paul Wenger beobachtet, dass die «starke Schule» ihren Zenit wohl überschritten hat: «Ihre beste Zeit hat die Organisation hinter sich.» Wichtig sei jetzt, dass Ruhe in die Bildungslandschaft einkehre und die Reformen sinnvoll umgesetzt werden können.

Keine Zwängerei

Jürg Wiedemann selbst weist diese Kritik von sich. Er interpretiert die Vorwürfe als Missgunst von seinen politischen Gegnern: «Wir lösen bei den Reformbefürwortern viel Frust aus, weil sie feststellen, dass ihre Mittel nicht funktionieren.» Sie würden ihm deswegen Zwängerei unterstellen, was Jürg Wiedemann von sich weist: Sämtliche Inititativen würden wichtige politische Fragen behandeln.

Mit der gleichen Flut an Initiativen sei aber nicht mehr zu rechnen, sagt Wiedemann. Denn mit Bildungsdirektorin Monica Gschwind sei das Baselbiet grundsätzlich auf dem richtigen Weg.