Kontroverse Reaktionen auf Uni-Umzugspläne

Die Universität Basel bestätigt Medienberichte, wonach ein Umzug einzelner Fakultäten geprüft werde. Die Reaktionen auf diese Pläne sind unterschiedlich: Bei den Studierenden überwiegt Skepsis, die Politik wertet sie als positives Signal.

Fassade des Jacob Burckhardt Haus am Basler Bahnhof SBB Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Vom Jacob-Burckhardt-Haus nach Liestal? Juristische Fakultät der Uni Basel. Juri Weiss

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Unterschiedliche Reaktionen

Während Studierende einem Uni-Standort Liestal skeptisch gegenüber stehen, freut man sich im Baselbieter Kantonshauptort über die Pläne. «Es geht um einen grossen Fussabdruck der Uni im Trägerkanton Baselland», sagt der Liestaler Stadpräsident Lukas Ott. Auch Regierungspräsident Anton Lauber spricht von einem «Zeichen», dass man es ernst meine.

Der Kommunikations-Verantwortliche der Universität Basel, Matthias Geering, bestätigte am Montag gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF einen Bericht der Basellandschaftlaichen Zeitung. Demnach macht sich die Uni Basel derzeit Überlegungen, die Fakultäten Wirtschaft und Recht in einen Campus in Liestal anzusiedeln. Als möglicher Standort kommt das Bahnhofsareal in Frage. «Diese Institute sind heute im Jacob Burckhardt Haus beim Bahnhof SBB eingemietet. Es war immer klar, dass dieser Standort provisorisch ist», so Geering.

Anlässlich der Jahresmedienkonferenz der Universität Basel am Montag erklärte Unirats-Präsident Ueli Vischer, dass man sich in der Unileitung einig sei, den Universitäts-Standort Basel zu stärken. Liestal stehe im Moment zwar im Vordergund, die Uni fasse aber auch andere Standorte ins Auge. Ein schneller Entscheid sei jedoch nicht zu erwarten: «Ein Neubau ist eine komplexe Angelegenheit - Bewilligungen, Finanzierung und politische Mitwirkung - das braucht Zeit», so Vischer.

Bahnhofsareal Liestal Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Am Bahnhof Liestal könnte in Zukunft ein Campus der Uni Basel entstehen. Paul Menz

Den Entscheid, den Unistandort Baselland zu stärken, könne man durchaus politisch nennen, sagt Vischer im Interview mit Radio SRF. Es sei wichtig, dass sich der Trägerkanton Baselland mit seiner Universität identifizieren könne. Diese übergeordneten Kriterien und Interessen stünden im Vordergund. «Bei den direkt Betroffenen, den Professoren und Studierenden, ist die Begeisterung eher gering», räumt Vischer ein. Vor einem Entscheid werde sich die Universität Basel jedoch auch betriebswirtschaftliche Überlegungen machen, betont der Präsident des Universitäts-Rats.

Die Universität Basel gab am Montag auch die Jahreszahlen 2015 bekannt: Dabei resultierte bei einem Aufwand von knapp 750 Millionen ein Defizit von 16,4 Millionen Franken. Grund sind einmalige Einlagen für die Sanierung der Pensionskasse. 2014 hatte die Universität noch einen Überschuss von 6,7 Millionen Franken verbucht. Eine Steigerung erzielte die Universität Basel bei den Drittmitteln: Diese lagen mit knapp 160 Millionen Franken 11,5 Prozent über dem Vorjahr.

An der Uni Basel studierten im letzten Herbstsemester 12'729 Personen, etwas mehr als im Vorjahr. 2248 Studierende kamen aus Basel-Stadt, 2611 aus Baselland, 4870 aus anderen Kantonen und 3000 aus dem Ausland.