Lauter Protest für künstlerische Freiheit in Basel

«Wir haben uns für die künstlerische Freiheit entschieden», sagt der Präsident des Basler Jugendkulturfestivals (JKF) Sebastian Kölliker. Darum halte man sich in diesem Jahr nicht an die Empfehlungen des Basler Amts für Umwelt, welche die Lautstärke der Bässe regulieren will.

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Bildlegende: Das Basler Jugendkulturfestival findet dieses Jahr zum neunten Mal statt. Brigitte Fässler

Das Basler Jugendkulturfestival gibt es in diesem Jahr zum neunten Mal. 1800 Künstlerinnen und Künstler in den Sparten Literatur, Sport, Theater und DJ, Tanz, Musik präsentieren über 180 Acts. Die Veranstalter erwarten am zweitägigen Festival über 60'000 Besucherinnen und Besucher.

«  Musik wird so gespielt wie sie tönen soll. »

Sebastian Kölliker
Präsident JKF

Das Basler Amt für Umwelt und Energie (AUE) hat anfangs Jahr neue Empfehlungen für die Lautstärke von Bässen herausgegeben. «Wir halten uns in diesem Jahr nicht an die Empfehlung des AUE», sagt JKF-Präsident Sebastian Kölliker. Ob dieses Verhalten Konsequenzen für das JKF hat, ist noch offen. «Es kommt auf die Anzahl der Beschwerden an», sagt Matthias Nabholz vom Basler AUE.

Der Münsterplatz tickt anders

In der ganzen Stadt sind am JKF 14 Bühnen aufgestellt. Eine dieser Bühnen steht auch auf dem Münsterplatz. Dort darf die Musik - anders als an den anderen 13 Festivalorten in der Stadt - nur 93 statt 100 Dezibel laut spielen. Warum? Präsident Sebastian Kölliker schüttelt den Kopf: «Dieser Entscheid ist nicht nachvollziehbar.»

Niklaus Hoffmann, Leiter der Basler Allmendverwaltung, weiss warum. Der Münsterplatz sei ein Ort der Ruhe. Das habe die Basler Regierung anfangs Jahr so in ihrem Entwicklungsrichtplan festgeschrieben. Da dieser Richtplan den Behörden bei der Erteilung von Bewilligung als Grundlage dient, kommen Veranstaltungen mit 100 Dezibel nicht in Frage. Auch dann nicht, wenn auf der offiziellen Homepage des Kantons etwas anderes steht.