Zum Inhalt springen

Header

Audio
Corona verdirbt den Jungen die Lust auf eine Lehre
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 17.06.2020.
abspielen. Laufzeit 03:59 Minuten.
Inhalt

Lehrlingsmarkt Wegen Corona bleiben mehr Lehrstellen unbesetzt als früher

Fachleute befürchten auch, dass mehr Lehrabgänger keinen Job finden.

Es gibt Geschichten, die lassen sich mit zwei Zahlen erzählen. Dazu gehört jene zur Lehrlingssituation in Basel-Stadt. Stand heute sind noch rund 400 Lehrstellen unbesetzt, letztes Jahr zur gleichen Zeit war es gerade mal die Hälfte. Brigitta Spalinger von der Lehraufsicht Basel. «Es wäre gut, die Jungen würden langsam aus der Corona-Schreckstarre erwachen und sich um eine Lehrstelle kümmern. Zeit dafür gibt es noch.»

Der Basler Gewerbeverband organisiert daher zusammen mit dem Kanton Basel-Stadt eine Video-Lehrstellenbörse - analog zu seinem realen Anlass, den er seit einigen Jahren mit viel Erfolg durchführt. Interessierte Lehrlinge können dabei mit möglichen Lehrstätten per Video chatten.

Problem Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger

Beinahe mehr als die künftigen Lehrlinge müssen sich aber die Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger Sorgen machen. Reto Baumgartner, Vizepräsident beim Basler Gewerbeverband: «Die werden feststellen, dass sich die wirtschaftliche Situation wegen Corona verschlechtert hat. Wir rechnen damit, dass sie es schwerer haben werden, eine Anschlusstelle zu finden.»

Heinz Mohler, Leiter Berufsbildung im Kanton Baselland, schliesst nicht aus, dass die Lehrausbildung wegen dieser Entwicklung einen Imageschaden erleiden könnte. Und: «Lehrstätten könnten wegen der Wirtschaftskrise Lehrstellen streichen. Die Folge: Die Jungen meiden die Lehre und gehen stattdessen an die weiterführenden Schulen.

Uniabschluss ist keine Garantie für einen Job

Brigitta Spalinger glaubt indes nicht, dass das in jedem Fall erfolgversprechend ist: «Mit einem Uniabschluss hat man nicht in jedem Fall einen Job auf Sicher. Das ist viel eher mit einem guten Handwerkerabschluss der Fall.» Grund: In mehreren Branchen werden Facharbeiter nach wie vor gesucht.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Leonhard Müller  (Pardon)
    Es gibt in der Tat viele qualifizierte Studienabgänger*innen, die sich während Jahren mit sogenannten Praktika und Hifsjobs über Wasser halten müssen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Susanne Müller  (susmue2020)
    Bei der Berufswahl gilt doch auch das Prinzip des allseits gelobten freien Marktes. Ist die Lehre attraktiv, wird sie auch nachgefragt. Gerade in Basel fand im Verlauf der Corona-Krise an der Gewerbeschule praktisch kein Unterricht statt, während alle Hochschulen das Wissen digital vermittelten. Wie sollen die Jugendlichen da den Politikern glauben, dass eine Berufslehre heutzutage noch attraktiv ist? Vielleicht ist dort der Grund für die unbesetzten Lehrstellen zu suchen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Daniel Müller  (EstudiantCatalunya)
    «Mit einem Uniabschluss hat man nicht in jedem Fall einen Job auf Sicher. Das ist viel eher mit einem guten Handwerkerabschluss der Fall.» Haha ja bestimmt. Handwerksberufe sind am aussterben und man kann keine Familie ernähren. Man sollte etwas richtiges studieren und dann klappt es und der Lohn ist auch besser. Mache ein Doppelabschluss in Kriminologie und Öffentliche Präventionspolitik+ Recht. Ich werde bestimmt einen Job finden. Dies relativ schnell.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Ramon Gfeller  (RG)
      Sicher lernen sie in ihrem Studium auch, wie man einen Wasserhahn montiert, eine Steckdose anschliesst, Fliesen verlegt und ein Dach deckt. Ansonsten müssen sie nämlich einen Handwerker anrufen und dessen Arbeit angemessen bezahlen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Markus Bossert  (EEE)
      Herr Müller, das haben Sie wohl etwas falsch verstanden.
      Wer vor dem Studium eine Berufslehre abschliesst hat nach dem Studium deutlich die besseren Karten, einen Job zu finden, als jemand, der noch keine Berufslehre hat.
      Wer vor dem Studium eine Berufslehre abgeschlossen hat, weiss bereits was Arbeiten ist - wie man so schön sagt. Grosser Vorteil!
      Eine Berufslehre vor dem Studium bringt auch persönliche Sicherheit. Scheitert man im Studium (nicht selten der Fall), hat man noch einen Beruf.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen