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Auch Unispital Basel bekommt Medikamente zum Teil nicht mehr.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 11.11.2019.
abspielen. Laufzeit 04:46 Minuten.
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Lieferengpässe So viele Medikamente fehlten in Basel noch nie

Trotz Pharma-Standort: Bei 350 Medikamenten hiess es 2019 fürs Basler Unispital: «nicht lieferbar».

Im Moment sind in der Schweiz 23 Antibiotika nicht lieferbar. Unter ihnen auch die Baby-Dosis des Medikaments Amoxicillin. Dieses Antibiotikum braucht das Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB) regelmässig für Babys.

Obwohl dieses Medikament nicht lieferbar ist, spüren die Kinder im Spital davon noch nichts. Denn in diesem Fall kann für einmal das Universitätsspital Basel aushelfen. Denn für Erwachsene ist Amoxicillin noch lieferbar und so gibt das Unispital dem Kinderspital das Antibiotikum weiter.

Amoxicillin ist nur ein Medikament, das selbst in der Pharmastadt Basel in den Spitälern fehlt. Bei den meisten anderen Präparaten findet sich keine solch kreative Ersatzlösung wie beim Antibiotikum Amoxicillin. Insgesamt hat das Unispital dieses Jahr 350 Medikamente bestellt, aber nicht erhalten, weil diese nicht lieferbar waren. Ein neuer Rekord. Schweizweit verzeichnete der Spitalapotheker Enea Martinelli auf seiner Seite drugshortage.ch dieses Jahr bereits 850 Lieferengpässe bei Medikamenten. Ein Teil ist inzwischen wieder lieferbar. Aktuell mit Stichtag 11. November 2019 fehlen aber immer noch 634.

Herbert Plagge, Leiter Pharmalogistik & Prozesse am Basler Unispital, spricht von einer «unguten Situation». Diese sei eine Herausforderung für alle Beteiligten. Es brauche vor allem auch immer Zeit: Hochgerechnet aufs ganze Jahr sei eine einzige Person während rund 62 Arbeitstagen nur damit beschäfitgt, bei Lieferengpässen Lösungen zu finden.

Unispital vergrössert Lager

Das Basler Unispital reagiert jetzt auf die rekordhohe Zahl von Medikamenten, die nicht lieferbar sind: «Wir versuchen, die Lagerbestände von versorgungsrelevanten Medikamenten, bei denen die Gefahr eines Engpasses besteht, zu erhöhen», sagt Herbert Plagge. Das Unispital versucht also, das Risiko von Lieferausfällen mit höheren Lagerbeständen zu senken. 

Plagge sieht aber auch den Bund in der Pflicht. Dieser sollte mehr Medikamente in die Pflichtlagerverordnung aufnehmen. Für diese lebenswichtigen Medikamente müssen Pharma-Firmen selbst ein Lager aufbauen, damit es nicht sofort zu Lieferengpässen kommt, wenn die Produktion ausfällt.

SRF1, Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr

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