Liestaler Banntag im Zeichen der Uni-Diskussion

In Liestal werden am Montag die Gemeindegrenzen abgeschritten. Der Banntag, zu dem nur Männer zugelassen sind, findet in Liestal traditionellerweise am Montag vor Auffahrt statt - heuer zum 611. Mal. Diskussionsthema war auch die geplante Verlegung eines Teils der Uni Basel nach Liestal.

Mit Pulverdampf und Böllerschüssen startete der Banntag in Liestal frühmorgens. Die vier sogenannten Rotten machten sich nach der Versammlung in der Rathausstrasse auf den Weg ausgerüstet mit Spazierstock, Hut und dem traditionellen «Banntags-Maien» auf dem Hut.

Unterwegs wird gesungen, getrunken und natürlich viel diskutiert, auch über Politik. Dass ein Teil der Universität Basel nach Liestal verlagert werden soll, wie das vor genau einer Woche publik wurde, kommt bei den Banntäglern erwartungsgemäss gut an. Eine solche Verlegung hätte eine starke symbolische Wirkung und würde der Partnerschaft zwischen den beiden Basel gut tun, sind viele überzeugt.

Dass Liestal im Zusammenhang mit den Zügelplänen der Uni aus Basel auch als Kleinstadt oder gar als Provinz bezeichnet wurde, löst bei den Banntäglern nicht nur Kopfschütteln aus. Die Gifteleien aus Basel sorgen auch für Heiterkeit am Banntag und manch einer ist auch Stolz auf die Ländlichkeit Liestals. Einen Hinderungsgrund für einen Uni-Standort Liestal sei diese Ländlichkeit sicher nicht. «Wer Liestal als Provinz bezeichnet, gehört selber in die Provinz», meinte ein Banntägler während seiner Rede und erhielt viel Applaus.

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Banntag in Liestal (unkommentiert)

0:31 min, vom 2.5.2016