Life Science Campus der Uni Basel nimmt nächste Hürde

Der Basler Heimatschutz und die freiwillige Denkmalpflege hatten gegen einen Entscheid des Regierungsrates Rekurs eingelegt. Sie wollten, dass ein Gebäude aus den 50er-Jahren unter Denkmalschutz gestellt wird. Das Basler Appellationsgericht hat den Rekurs nun aber abgelehnt.

Departement für Chemie der Universität Basel Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gehört bald der Vergangenheit an: Das alte Chemiedepartement am St. Johanns-Ring. SRF/Martina Inglin

Der Präsident des Appellationsgerichts, Claudius Gelzer, musste abwägen zwischen Denkmalschutz oder Arealentwicklung. Zur Debatte stand das Institut für organische Chemie der Uni Basel, das im Jahre 1952 für den Nobelpreisträger Tadeus Reichstein erstellt wurde. Das alte Gebäude soll durch einen Neubau ersetzt werden, der Teil des Life Science Campus werden soll. Für das Gericht war die Weiterentwicklung des Areals wichtiger. Gelzer sagte dazu: «Gerade in Basel, wo die Pharmabranche so wichtig ist, braucht es moderne Ausbildungsstätten.»

Umbau des Gebäudes wäre extrem teuer

Der alte Bau stammt noch aus den 50er-Jahren. Gerade deshalb soll man es stehen lassen, fand Christof Wamister vom Basler Heimatschutz: «Es ist ein wichtiger Zeitzeuge.» Der alte Hörsaal mit den Fenstern zur Strassenseite oder die Fassade mit den Ornamenten seien schützenswert.

Allerdings: Für Labors ist das Gebäude nicht mehr geeignet. Darin waren sich Heimatschutz und Baudepartement einig. Dann müsse man es eben umfunktionieren, argumentierte Wamister. Dieser Vorschlag wurde vom Bau- und Verkehrsdepartement aber abgelehnt. Denn ein Umbau des Gebäudes wäre sehr kostspielig. Unter anderem müsste man hindernisfreie Zugänge bauen, die Lüftungen erneuern und den Erdbebenschutz verbessern.

«Gewinn für den Life Science-Standort Basel»

Für das Gericht war noch ein anderer Punkt entscheidend. Wenn das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt wird, muss die gesamte Umgebung Rücksicht nehmen. Der geplante Campus könnte also nicht so gebaut werden, wie er geplant wurde. «Wir sind froh, dass das Gericht dies erkannt hat», sagte der Mediensprecher der Universität Basel. «Dieser Entscheid ist ein Gewinn für den Life Science-Standort Basel.»