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Medienplatz Basel Mit Nachrichtenseite Prime News ist Basel um eine Stimme reicher

Das Portal will mit gut recherchierten Hintergrundberichten überzeugen. Medienexperten zweifeln am Finanzierungsmodell.

Wer sich mit dem jüngsten Basler Medienportal Primenews, Link öffnet in einem neuen Fenster beschäftigt, kommt an einem Mann nicht vorbei: Christian Keller. Der 35-Jährige ist ehemaliger Leiter der Regionalredaktion der «Basler Zeitung» und betreibt Primenews quasi als journalistische Einzelmaske. Neben Keller arbeiten auf der Redaktion nur freie Mitarbeiter.

Das Team von Primenews
Legende: Neben Christian Keller arbeiten auf der Primenews-Redaktion nur freie Mitarbeiter. zvg

Keller möchte mit sorgfältigen Texten und gut recherchierten Hintergrundberichten überzeugen. «Das Interesse für Hintergründe ist definitiv vorhanden. Es kann nie genügend hintergründige Artikel geben», sagt Keller. Zwei Texte möchte er pro Arbeitstag zusammen mit seinen rund zehn freien Mitarbeitenden veröffentlichen. Auf News will Keller dabei ganz verzichten: «Das gibt es schon genug. Das müssen wir nicht auch noch abdecken.»

Finanzieren möchte der dreifache Familienvater sein Portal über Inserate und Abonnenten. Keller ist überzeugt, dass viele Baslerinnen und Basler bereit sind, für gute journalistische Inhalte zu zahlen. Damit setzt Keller auf ein Modell, das sich finanziell nur bei sehr wenigen Newsportalen rechnet. Dem entgegnet Keller, dass das Problem bei den meisten Newsseiten sei, dass die Bezahlsysteme zu kompliziert seien.

Darum setzt Keller auf eine neue Technologie: «Bei uns ist das ganz einfach. Name und Kreditkarte reichen, um ein Abo zu lösen. Oder noch einfacher geht zahlen per Handy. Da reichen zwei Klicks.»

Skepsis beim Medienfachmann

Das ist ein Businessplan, den Matthias Zehnder, Medienexperte und ehemaliger Chefredaktor der «Basellandschaftlichen Zeitung», für zu optimistisch hält: «Sich über Abonnenten und Inserate zu finanzieren, ist heutzutage wahnsinnig schwierig.» Dennoch liege Primenews im Trend. Neben der grossen Medienkonzentration gebe es nämlich auch die Entwicklung, dass sich namhafte Journalisten direkt an ihr Publikum wenden. «Christian Keller kennt man in Basel. Man traut ihm zu, hartnäckig zu recherchieren, gerade auch im Hinblick auf die rot-grün dominierte Basler Regierung», sagt Zehnder.

«Bin unabhängig»

Zehnder kann sich auch vorstellen, dass darin auch eine weitere Finanzierungsmöglichkeit liegt: «Es gibt sicher Leute, die ein Interesse haben, dass es weiterhin einen giftigen Stachel im rot-grünen Basel gibt. Vielleicht sind diese Kreise auch bereit mehr zu zahlen als die blossen Abo-Kosten.» Von diesem Modell möchte Keller aber nichts wissen: «Ich bin der einzige, der Geld in diese Firma gegeben hat. Ich möchte auf keinen Fall, dass mir eine Abhängigkeit unterstellt werden kann.»

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