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Die Basler Verkehrsbetriebe testen velosicheres Tramgleis
Aus Schweiz aktuell vom 13.11.2019.
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Mehr Sicherheit für Velofahrer Basel testet neues Tramgleis mit Gummifüllung

Ähnliche Tests gab es bereits 2013 in Zürich. Damals hat das Material aber den Belastungen nicht lange standgehalten.

Tramgleise sorgen regelmässig für Velounfälle. Ein unachtsamer Moment reicht und man verfängt sich mit dem Rad im Gleis. Böse Stürze sind die Folge.

Deshalb will der Kanton nun ein «velofreundliches Gleissystem» mit einem Gummiprofil in der Schienenrille testen. Der Kanton entspricht damit einer Forderung aus dem Grossen Rat.

Die Idee: Die Gummifüllung ist so stark, dass man mit dem Velo problemlos über ein Gleis fahren kann. Gleichzeitig gibt die Masse genügend nach, dass ein Tram den Gummi wegdrücken kann.

Gefährliche Tramschienen

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Je nach Schätzungen passieren bis zu 10 Prozent der Velounfälle im Zusammenhang mit Tramgleisen. Bei Velounfällen, die der Suva gemeldet werden, haben 7.5 Prozent der Unfälle einen Zusammenhang mit einem Tramgleis. Im ganzen Strassenverkehr verunfallen in der Schweiz durchschnittlich 21'000 Velofahrerinnen und –fahrer. (Quelle: Suva)

«Das ist eine gute und sichere Sache. Auf dem Velo merkt man fast nichts, wenn man über das Gleis fährt», sagt Philipp Schoch, Co-Präsident von Pro Velo beider Basel, nach den ersten Versuchen. Auf dem Areal einer Baufirma in Füllinsdorf im Kanton Baselland findet nun eine erste Testphase statt.

Nicht der erste Versuch: Probleme in Zürich

Tests mit einem ähnlichen Gummiprofil in der Schienenrille fanden 2013 in Zürich statt. Damals habe der Gummi aber den Belastungen durch den Tramverkehr nicht lange standgehalten. Aus diesen Fehlern habe man aber gelernt, sagt Adrienne Hungerbühler vom Basler Bau- und Verkehrsdepartement: «Der Hersteller hat das System weiterentwickelt. Der Gummi ist neu im Gleis fixiert und ausserdem setzen wir auf widerstandsfähigeres Material.»

Sollten sich die Anpassungen als erfolgreich erweisen, soll ab 2021 an der Haltestelle Bruderholzstrasse in der Stadt eine zweite Testphase unter Trambetrieb folgen. Dann erst wird sich zeigen, ob die Gummifüllung auch funktioniert, wenn regelmässig Trams darüber fahren.

Ist auch diese zweite Testphase ein Erfolg, sollen die neuen velofreundlichen Geleise an mehreren Haltestellen in der Stadt eingebaut werden. Die Kosten dafür sind noch unbekannt. Klar ist, dass die sicherere Gleisversion teurer ist als herkömmliche Geleise. Der Entscheid, wieviel dem Kanton die Sicherheit der Velofahrerinnen und Velofahrer Wert ist, liegt am Ende beim Grossen Rat. Das Basler Parlament muss abschliessend entscheiden, ob und welche Haltestellen mit dem neuen System ausgerüstet werden.

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Geringere Unfallgefahr: Der Gummi füllt die Lücke auf dem Testgleis vollständig.
Aus News-Clip vom 13.11.2019.
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9 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Scheint wirklich eine sichere Sache zu sein, testet man doch sowohl mit als auch ohne Fahrradhelm, dafür auch mit echter Randsteinkante... Viel Glück!
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  • Kommentar von Norbert Zehner  (ZeN)
    Plastik-Säckli und Trinkröhrli verbieten wollen, dafür solche untauglichen Gummieinsätze in Schienen, die spätestens monatlich wegen Abnutzreibung ersetzt werden müssen. Gummi ist nichts anderes als ein (schwer-abbaubarer) Kunststoff, der darüber hinaus noch viel giftigen Schwefel enthält. Bleibt mal wieder nur Kopfschütteln ob solcher links-grünen (Schnaps)-Ideen.
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    1. Antwort von Bendicht Mühlethaler  (Rhenus)
      Wie schnell dieser Gummieinsatz ermüdet, wird der Test zeigen.
      Unsere KVA und Giftmüllverbrennungen sind gekoppelt mit Fernwärme und Stromgeneratoren, und sie haben leistungsfähige Filter. Teuer würde es trotzdem. - Das Ergebnis ist auch interessant für nicht Linksgrüne so wie ich, dazu abstinent, also nichts von Schnaps ...
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    2. Antwort von Robert Frei  (RFrei)
      Können Sie die von Ihnen postulierte Giftigkeit des Schwefels näher erläutern? Schwefel ist ein unabdingbarer Bestadteil unserer Ernährung, auch in jedem Trinkwasser ist Schwefel (als Sulfat) enthalten. Vulkane speien tonnenweise Schwefel in die Umwelt, und ein normaler menschliche Körper enthält 100 - 200 Gramm Schwefel. Bleibt wieder mal nur Kopfschütteln.
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    3. Antwort von Bendicht Mühlethaler  (Rhenus)
      @RFrei: Wenn dieses Gummiprofil Schwefel enthält, entsteht bei seiner Verbrennung Schwefeldioxid, und das ist verantwortlich für den 'Sauren Regen'. Mit Rauchgasentschwefelung lässt sich das herausfiltern. Wahrscheinlich vor allem eine Kostenfrage, stark abhängig von der Lebensdauer des Gummiprofils: Abrieb, und zusätzlich Versprödung durch grosse jahreszeitliche Temperaturschwankungen der Tramgleise.
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  • Kommentar von Konrad Pfister  (Konrad Pfister)
    Wieso denn Haltestellen? Verstehe ich nicht...
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    1. Antwort von Peter Zurbuchen  (drpesche)
      Weil dort der Abstand zwischen Geleise und Strassenrand, damit die Trampassagierinnen besser einsteigen können, meistens viel kleiner und die Gefahr für die Velofahrerinnen darum grösser ist.
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    2. Antwort von Bendicht Mühlethaler  (Rhenus)
      Ist tatsächlich unangenehm, vor allem wenn man zusätzlich auf den Verkehr achten oder die Richtung anzeigen muss, nicht mehr 20 ist, und noch mehr in der Dämmerung und bei Dunkelheit. Ich fahre darum öfter Umwege.
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