Mit Tonerde und Netzen gegen die Kirschessigfliege

Vor fünf Jahren ist die japanische Kirschessigfliege in die Region Basel eingewandert. Noch nie waren die Schäden aber so gross wie letztes Jahr. Nun hat das Landwirtschaftliche Zentrum Ebenrain nach intensiver Forschung Methoden vorgestellt, wie Bauern die Schädlinge bekämpfen können.

Blaue Trauben hängen an einem Rebstock voller grüner Blätter. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Weintrauben Auch Baselbieter Weintrauben waren letztes Jahr von der Kirschessigfliegen betroffen, wenn auch nicht so stark wie be... SRF

  • Die Kirschessigfliege hat sich in der Schweiz eingenistet, es ist nicht davon auszugehen, dass sie wieder verschwindet
  • Das Landwirtschaftliche Zentrums Ebenrain (LZE) hat darüber geforscht, wie der Schaden begrenzt werden kann
  • Zwei Methoden erweisen sich als hilfreich: feinmaschige Netze und tonhaltige Mineralien

Für Lukas Kilcher, Leiter des Landwirtschaftlichen Zentrums Ebenrain (LZE), besteht kein Zweifel: «Wir müssen mit der Kirschessigfliege leben lernen, diese möglichst erfolgreich managen und nach Techniken suchen, die in der Praxis gut umsetzbar sind.»

Denn dass die Kirschessigfliege irgendwann wieder aus der Schweiz auswandert, glaubt Lukas Kilcher nicht. Es gelte vielmehr nach Methoden zu suchen, diese möglichst effizient zu bekämpfen. In 26 Feldversuchen haben die Experten vom LZE in Zusammenarbeit mit Bauern aus der Region herausgefunden, dass dazu vor allem zwei Methoden sind. So sagt Urs Weingartner, Leiter der Abteilung Spezialkulturen beim LZE: «Bei den Tafelkirschen empfehlen wir die Anlage durch das Einnetzen mit Insektenschutznetzen zu schützen.» Auch im Rebbau würden sich Netze gut eignen. Aber auch das Spritzen mit Tonmineralien sei ein gutes Mittel, um die Kirschessigfliege von den süssen Früchten abzuhalten.

Noch nicht gelöst sei das Problem mit den Hochstammkirschbäumen. Dort waren die Verluste im letzten Jahr besonders gross. Sie liessen sich schlecht einnetzen und wie man sie flächendeckend mit Tonmineralien besprühen könne, müsste erst noch erforscht werden.

Das Kirschessigfliegen-Projekt hat das LZE im Rahmen des Förderprogramms Baselbieter Spezialkulturen durchgeführt. Es kostet rund 450'000 Franken und wird gemeinsam mit Basel-Stadt, Riehen und Bettingen finanziert.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)