Monica Gschwind: «Ich will Baselland noch bürgerlicher machen»

Die freisinnige Landrätin und Gemeindepräsidentin von Hölstein, Monica Gschwind, will in die Baselbieter Regierung. Sie peilt den frei werdenden Sitz des abtretenden SP-Bildungsdirektors Urs Wüthrich an.

Portrait von Monica Gschwind, sie lacht in die Kamera und hält den Kopf leicht schräg. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die freisinnige Monica Gschwind peilt den frei werdenden Sitz in der Baselbieter Regierung an. SRF

Sie sei eine Exekutiv-Politikerin mit Leib und Seele, sagte Monica Gschwind am Donnerstagmorgen bei ihrem Medienfrühstück in Liestal in der Kantonsbibliothek. In Hölstein ist sie seit 2000 im Gemeinderat, seit zwei Jahren fungiert sie als Gemeindepräsidentin. Jetzt aber will Monica Gschwind, die auch im Kantonsparlament sitzt, einen gewaltigen Schritt nach vorne machen: Sie will in den Baselbieter Regierungsrat.

«  Ich will, dass eine vierte Direktion bürgerlich wird. »

Monica Gschwind
Regierungsratskandidatin (FDP)

Das bereits heute bürgerlich dominierte Gremium wolle sie noch bürgerlicher gestalten. «Ich möchte gerne, dass eine vierte Direktion in bürgerliche Hände kommt», sagte sie vor Journalistinnen und Journalisten. Ihren Blick richtet sich dabei vor allem auf die Bildungs- und Kulturdirektion. Vorsteher ist derzeit der Sozialdemokrat Urs Wüthrich, der aber nicht mehr zur Wahl antritt. «Die Bildungsdirektion wird frei», sagte Gschwind denn auch, «und ich sehe bei der Bildung auch den grössten Handlungsbedarf.»

Gschwind kritisiert einiges im Bereich Bildung, bei der Frage nach Lösungen bleibt sie aber ziemlich unkonkret. Beispielsweise fordert sie bezüglich Lehrplan 21 einen Marschhalt: «Stopp, Atmenpause einlegen und eine Auslegeordnung machen», so Gschwinds Credo. So könne man Ruhe in die aufgeregte Diskussion bringen «und dann können wir entscheiden, was machen wir wollen, und auch, was wir nicht machen wollen.»

Die Bildungs- und Kulturdirektion sei aber nicht die einzige Direktion, in der sie sich wohl fühlen würde. «Ich sehe mich als Generalistin», sagte sie. Als Regierungsrätin werde man zudem nicht geboren, sondern man wachse in dieses Amt hinein. «Und das traue ich mir zu.»

Bürgerliches Regierung noch bürgerlicher machen

Monica Gschwind kandidiert auf einem bürgerlichen Viererticket zusammen mit den Bisherigen Sabine Pegoraro (FDP), Anton Lauber (CVP) und Thomas Weber (SVP). Würde der Plan der Bürgerlichen aufgehen, hätte die Linke im Baselbiet bald nur noch einen von fünf Sitzen. «Wir sind ein bürgerlicher Kanton, auch ein 4:1-Verhältnis wäre ein Abbild der Bevölkerung», sagt Gschwind dazu.

Die Regierungsratswahlen finden am 8. Februar statt. Neben Gschwind und den bisherigen Bürgerlichen kandidieren Regula Nebiker und Daniel Münger (beide SP), Matthias Imhof (BDP) und der aktuelle Sicherheitsdirektor Isaac Reber (Grüne).

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)