Nadine Gautschi: Mit «geschärftem Blick» im BVB-Verwaltungsrat

Ab 2014 sind im BVB-Verwaltungsrat auch Frauen vertreten: Nach der Wahl von Mirjam Ballmer (Grüne) und Nadine Gautschi (FDP) durch den Grossen Rat. Die zuvor unbekannte Nadine Gautschi bringt Erfahrung als Revisorin ein - während sich bereits die Finanzkontrolle über die Ordner der BVB beugt.

Die 41-jährige Ökonomin Nadine Gautschi tritt ihr Amt im BVB-Verwaltungsrat am 1. Januar an - mitten in einer schwierigen Situation. Nach dem Debakel um die Fahrgastanzeigen, dem Streit mit der Baselbieter BLT und den Vetterliwirtschafts-Vorwürfen steckt der Verkehrsbetrieb in der Krise.

Diese Lage hat Gautschi nicht geschreckt, das Amt im Verwaltungsrat anzutreten - im Gegenteil: «Ich finde es wichtig, dass gerade in solchen Situationen Leute mit einem neuen, frischen Blick kommen», sagt sie gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF.

Dreifache Mutter mit Flair für Tanz

Gautschi ist dreifache Mutter und arbeitet in der Administration der Ballettschule des Theaters Basel. Interesse am Tanz hat sie seit ihrer Jugendzeit; bevor sie Mutter wurde, arbeitete sie als Revisorin, unter anderem beim Wirtschaftsprüfungsunternehmen «Ernst&Young».

Ihren beruflichen Hintergrund als Revisorin bringt sie nun in den BVB-Verwaltungsrat ein - just zu einem Zeitpunkt, in dem bereits die Basler Finanzkontrolle die Bücher der BVB prüft, um zu klären, ob etwas und was unter anderem an den Vetterliwirtschafts-Vorwürfen an den Verwaltungsratspräsidenten und die Geschäftsleitung dran ist.

«Wurden Verträge vor Abschluss geprüft?»

Porträt-Foto von Nadine Gautschi Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: «Neuer, frischer Blick auf die Situation»: die neu gewählte BVB-Verwaltungsrätin Nadine Gautschi zVg

«Als Ökonomin, die in der Revision arbeitete, weiss ich in etwa, was in den nächsten Monaten ab 2014 auf mich zukommt», sagt Gautschi. Sie bringe einen «geschärften Blick» für genau jene Fragen ein, deren sich nun die Finanzkontrolle angenommen hat: «Hat man geprüft, wie gewisse Verträge zustande kamen? Geprüft, ob die richtigen Leute entschieden - und ob sie auch die Kompetenzen dazu hatten?»

Inhaltlich will sich Gautschi zu Kritik und Vorwürfen an den amtierenden BVB-Verwaltungsrat nicht äussern, solange die Finanzkontrolle das Resultat ihrer Untersuchungen noch nicht veröffentlicht hat.

Ihre Wahl in den BVB-Verwaltungsrat hat Nadine Gautschi auch ihrem Geschlecht zu verdanken; der Grosse Rat wählte mit ihr bewusst eine Frau in ein Gremium, das zuvor ein reiner Männerclub gewesen war. «Ich habe mit der Bezeichnung der Quotenfrau keine grosse Mühe», macht Gautschi klar. «Ich habe jetzt diese Chance bekommen und freue mich darauf zu beweisen, dass ich mehr bin als einfach eine Frau, sondern auch Erfahrung, Ausbildung und viel Kraft mitbringe.»