Nächster Schritt für den Ausbau des Basler Hafens

Auf einem Areal von SBB Cargo ist ein neues Gross-Terminal geplant. Güter sollen von der Strasse auf die Schiene verladen werden. Für später plant Basel auch ein neues Hafenbecken. Einige alteingesessene Firmen am Basler Hafen kritisieren diese Ausbaupläne jedoch.

Blick auf eine Cargo-Verladestation. Ein Container hängt an einem Kran in der Luft. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ziel ist möglichst viele Güter mit der Bahn zu transportieren. Keystone

Die Pläne für das neue trimodale Containerterminal beim Basler Rheinhafen sollen im August aufgelegt werden. Die Träger haben das Gesuch dazu beim Bund eingereicht. Sie rechnen mit grünem Licht noch in diesem Jahr.

Das Gesuch für das Plangenehmigungsverfahren war am 9. Mai beim Bundesamt für Verkehr eingereicht worden, wie am Donnerstag an einer Medienkonferenz der Gateway Basel Nord AG zu erfahren war. Dieser gehören SBB Cargo, Hupac AG und Contargo AG an.

Neue Terminals seien nötig, um die stark wachsenden Containermengen auf Strasse, Schiene und Rhein zu bewältigen - trimodal sei das nur in Basel möglich, hiess es. Eine Verdoppelung der Containermengen wird erwartet zwischen 2012 und 2030. Im Basler Hafen haben sich die Mengen schon in den letzten zwanzig Jahren verdoppelt, wie Rhenus Alpina-Chef Andreas Stöckli sagte.

Gesamtkosten sind unklar

Das neue Terminal soll erst für Lastwagen und Bahn erstellt werden, dies in zwei Ausbaustufen: 2019 soll es in Betrieb genommen werden für 140'000 Container-Einheiten (TEU) . 2021 soll es erweitert werden auf 210'000 TEU. 2022 soll der Schiffsanschluss samt neuem Hafenbecken dazukommen, was die Terminal-Kapazität auf 390'000 TEU steigern soll.

Die Kosten für die erste bimodale Ausbauphase wurden nun unverändert auf 73 Millionen Franken beziffert; für die zweite bimodale Phase liegen sie noch nicht vor. Die Kostenschätzung für den Hafen-Anschluss als dritte Phase ist auf 111 Millionen Franken angestiegen.

Computerbild mit einem neuen Rheinhafen und einer Umladestation Strasse/Schiene Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: So soll die Anlage im Endausbau aussehen. zvg

Für den bimodalen Teil werden Bundeszuschüsse von bis zu 80% erhofft, für den Schifffahrtsteil bis zur Hälfte. Die Fördergesuche für den bimodalen Teil waren im November eingereicht worden, jenes für das Hafenbecken soll im Juni folgen. Über den Anteil des Standortkantons entscheidet das Parlament.

SBB Cargo-Chef Nicolas Perrin verwies auf die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels im Juni: Das Terminal sei eine «Riesenchance», direkt an der europäischen Nord-Süd-Güterachse Platz zu haben für ganze Normzüge von 750 Metern Länge. Dieses Format bietet laut Stöckli heute noch kein Schweizer Terminal.

Swissterminal lanciert eigenes Projekt

Jedoch sind nicht alle Firmen am Basler Hafen glücklich über diese Pläne. Im Hintergrund schwelt seit einiger Zeit ein Streit. Swissterminal, heute die grösste Containerfirma am Hafen, macht nicht mit bei Gateway Basel Nord. «Wir waren ursprünglich daran interessiert mitzumachen, die Bedingungen, die uns SBB Cargo gestellt hat, waren jedoch inakzeptabel», sagt Roman Mayer, Chef von Swissterminal. Seine Firma hätte beispielsweise ihren heutigen Standort in Frenkendorf aufgeben müssen.

Aus diesem Grund plant Swissterminal nun zusammen mit zwei anderen Unternehmen ein eigenes neues Terminal in Weil am Rhein. Roman Mayer hält die Pläne von SBB Cargo ohnehin für überdimensioniert. «Damit werden Überkapazitäten geschaffen», ist er überzeugt.

Mediation läuft

Möglich ist jedoch, dass sich die Streithähne noch einigen können. Derzeit läuft eine Mediation. Hans Peter Hadorn, Direktor der Rheinhäfen, hofft auf eine Einigung. «Wir haben ein Interesse, dass möglichst viele Partner am Terminal Basel Nord teilnehmen.»