Kirche im Wandel Neu in Basel: «Spend-O-Mat» statt Opferstock

Der «Spend-O-Mat» zieht in die Kirche ein. Wer spenden will, aber kein Geld im Sack hat, kann dies nun mit der Karte erledigen.

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Bildlegende: «Vergelts Gott!» - Der «Spend-O-Mat» steht in der Elisabethenkirche und akzeptiert alle gängigen Kreditkarten. SRF/Marlène Sandrin

Die Offene Kirche Elisabethen in Basel geht neue Wege. Sie hat kürzlich einen Spenden-Geldautomat in der Kirche eingeweiht - einen sogenannten «Spend-O-Mat». Die Idee: Viele Besucherinnen und Besucher der Kirche möchten gerne etwas spenden, haben aber kein Bargeld im Portemonnaie. Der «Spend-O-Mat» akzeptiert alle gängigen Kredit- und Debitkarten wie zum Beispiel Visa, Postcard oder Mastercard.

Die Idee stamme aus Schweden, wo solche Automaten in Kirchen weit verbreitet seien, erklärt Frank Lorenz, Co-Leiter der Offenen Kirche Elisabethen. Aber auch andere Organisationen setzten auf den «Spend-O-Mat». So hatte die CDU bei einem Wahlkampf-Auftritt in Berlin einen «Spend-O-Mat» aufgestellt.

Für Frank Lorenz spielt es keine Rolle, ob die Spenden als Bargeld oder ab Karte, hereinkommen. Die Offene Kirche Elisabethen sei auf Spenden angewiesen. «Wir finanzieren uns zu 70 Prozent selber», erklärt Lorenz. Der Pfarrer kann sich vorstellen, dass gewisse Gläubige durchaus Mühe haben mit einer solchen Automatisierung der Kollekte. «Solche traditionsbewussten Christinnen und Christen haben jedoch grundsätzlich Mühe mit unserem modernen Modell einer offenen Kirche.»

Auf der andere Seite könnte der «Spend-O-Mat» andere Kirchenbesucher zum spenden animieren, hofft Lorenz. «Ich kann mir vorstellen, dass der Automat zum Beispiel bei Touristen aus den USA, die praktisch nur mit Plastik-Geld bezahlen, sehr gut ankommt.»